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No retreat, no surrender




(im Kino - Sneak Preview - gesehen am 27.06.07)


Kurzinhalt:
Der schottische Radsportler Graeme Obree verfolgt ehrgeizig ein hochgestecktes Ziel, er möchte nämlich den Stundenrekord im Bahnradfahren brechen. Unterstützt von seiner Frau Anne, seinem Kumpel und Manager Malky sowie dem Priester Douglas Baxter, beginnt der recht mittellose Obree mit dem harten Training und tüftelt nebenbei an einem gänzlich neuen Fahrrad. Tatsächlich gelingt ihm als Außenseiter 1993 das Undenkbare, doch den verantwortlichen Funktionären des Radsportverbandes ist der unorthodoxe Provinzler ein Dorn im Auge...


Meine Meinung:
Zugegeben, der Radsport hat momentan in der Öffentlichkeit keinen allzu guten Stand, nachdem sich die Akteure quasi mit Doping-Geständnissen überschlagen. Also mal von Ullrichs Jan abgesehen - der Kasper bleibt soweit ich weiß heute noch bei seiner Unschuldsnummer. ^^ Wie dem auch sei, "The Flying Scotsman" erzählt die Geschichte eines bei uns wohl eher unbekannten schottischen Radsportlers und der Film hat mir gut gefallen.

Nun könnte man von einer der üblichen Aufsteigerstorys ausgehen, wie sie vor allem von Disney bereits in unzähligen Variationen durchgekaut wurden. Doch besonders die Charakterzeichnung von Graeme Obree geht weit darüber hinaus, denn dieser Mann zeichnet sich nicht nur durch Sturheit und eisernen Willen aus, sondern auch durch manische Depressionen aufgrund eines Kindheitstraumas, die der Film ebenfalls nicht ausblendet. Die Leistung von Schauspieler Jonny Lee Miller trägt dabei einen großen Anteil am Gelingen dieses Porträts. Wobei auch die Nebendarsteller zu überzeugen wissen, allen voran "Hobbit" Billy Boyd, der ein ums andere Mal an Obrees Sturheit zu verzweifeln droht, und Brian Cox, der den ruhigen Priester mimt.

A propos ruhig, die Erzählweise des Films ist eher gemächlich angelegt, die Vermischung von spannenden, dramatischen, lustigen und bewegenden Momenten sorgt aber für genug Unterhaltung. Vor allem die Differenzen Obrees mit den Funktionären des Radsportverbandes rund um Ernst Hagemann (oho, ein deutscher Bösewicht, mal was ganz neues *gg*) sind der Hammer. Unglaublich wie diese feinen Herren sich immer wieder neue Verbote und Regeln ausdenken, um den ungeliebten Amateur auszubooten. Dürfen/Durften diese Typen etwa wirklich tun und lassen was sie wollen? Nun, damals war dem augenscheinlich so.

Ansonsten konzentriert sich der Film vor allem auf die Vorbereitungszeit des Rekordversuchs, wobei besonders Obrees ungewöhnliche Ideen und deren Umsetzung (so werden in seinem neuen Fahrrad u.a. Teile einer alten Waschmaschine verbaut ) faszinierend zu beobachten sind.

Fazit:

Sicher, "The Flying Scotsman" ist nicht durchgehend fesselnd und im Kino gewiss kein Muss, allerdings funktioniert er als verfilmte Autobiographie eines ungewöhnlichen Radsportlers richtig gut. Die differenzierte Charakterzeichnung von Graeme Obree gepaart mit den interessant anzusehenden Ungerechtigkeiten, auf die er beim Radsportverband stößt, UND das Ganze garniert mit tadellosen darstellerischen Leistungen, das reichte durchaus für eine gelungene Sneak. Wer sich für das nachvollziehbare Porträt eines real existierenden Sportlers interessiert, darf gerne einen Blick riskieren. Besser als die unsäglichen Biopics gewisser Musiker ("Ray", "Walk the Line") ist dieser Streifen hier allemal!


P.S. Ich habe diese Kritik zweimal geschrieben. Die erste war umfangreicher und meiner Meinung nach besser formuliert, allerdings stürzte mein PC ab bevor ich sie speichern konnte. Nach einem solchen Ärgernis fehlt mir immer die Motivation nochmal von vorne zu beginnen, daher hab ich das jetzt etwas lustloser "hingeklatscht". Hoffe es ist trotzdem noch okay. ^^
8.7.07 15:34
 
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bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


thadeus / Website (11.7.07 15:40)
Das ist mir auch mal passiert, bei der Kritik zu "Zodiac". Das ist echt ärgerlich.
Die jetzt hier online stehende Kritik finde ich aber auch sehr gut.
Ist aber glaube ich, nicht so mein Film. "Death at a Funeral" über den du hier ja auch geschrieben hast werde ich mir aber mit Sicherheit ansehen.


Runefaust (13.7.07 12:14)
Hey nichts gegen "Walk the Line"! Für mich ist das einer der großartigsten Filme aller Zeiten - ich sehe wir haben hier wieder den King of Fighters-Effekt :-)

Obwohl man mich normalerweise mit Sportfilmen jagen kann (dann lieber Rosamunde Pilcher) hat mir Deine Kritik durchaus Lust auf den Film gemacht - aber nur bei "kostenfreier Gelegenheit" :-)


Tiuri / Website (15.7.07 11:58)
@Thadeus:
Vor allen Dingen, wenn Du nichts wichtiges am Rechner machst stürzt er natürlich NICHT ab, aber irgendwie merkt der PC wann er einen so richtig treffen kann. Unheimlich...
Aber danke, beruhigend zu wissen dass die Kritik trotzdem noch ganz gut geworden ist. ^^

@Runefaust:
Ja scheint so, ich fand "Walk the Line" schrecklich, der hat von mir eine glatte 5 bekommen.
Ich hoffe dass DU mit "kostenfreier Gelegenheit" (die Formulierung ist jetzt schon KULT *lol*) den späteren DVD-Release meinst (hmm, obwohl das Ausleihen ja auch was kostet..) oder die Free-TV-Ausstrahlung (das würde dann allerdings noch laaange dauern).
                                                                                                                        


Runefaust (16.7.07 10:36)
Ja die "kostenfreie Gelegenheit" hat echt enormes Kultpotential :-) Ich hoffe natürlich auf eine baldige TV-Ausstrahlung, den die DVD wird sich in meinem näheren Umkreis garantiert NIEMAND kaufen. Raubkopien kommen mir nicht ins Haus, außerdem hab ich keinen Bock auf Hinterköpfe im Bild(das wäre zumindest echtes Kinofeeling). Hoffentlich verpasse ich ihn nicht wenn er im TV kommt, denn die letzten Seiten in der Fernsehzeitung (die nach SuperRTL) überblättere ich für gewöhnlich.


Tiuri / Website (19.7.07 13:15)
@Runefaust:
Wäre eventuell ein Film für ARTE, wer weiß. ^^
Löblich dass Du Raubkopien verschmähst, da stehe ich ja bekanntlich auch nicht so drauf. Wobei ich manchmal auch in Versuchung geraten könnte: Derzeit läuft ja bekanntlich "Clerks II" in den Kinos - also zumindest in einigen und natürlich nicht in unserem. *grummel* Aber ich versuche dann einfach den DVD-Release abzuwarten. Teil 1 ist ja bis heute nicht bei uns auf DVD erschienen, es gibt nicht mal eine deutsche Sprachfasung. Find ich skandalös bei einem solchen Kultfilm, den ich mir mangels Alternativen in der Tat vor Jahren als eine der sehr wenigen Ausnahmen heruntergeladen habe. Vielleicht hole ich mir auch irgendwann noch eine Import-DVD, mal sehen.
                                                                                                                        

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