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Mein Film-Monat - April 2013

Außer den unten ausführlicher besprochenen Filmen hab ich mir im April auch "Drive" und "Gulliver's Reisen" (mit Jack Black) angesehen. Beide ganz okay, aber bestimmt nix was ich meiner Filmsammlung hinzufügen würde.


"Mama"

(im Kino - Sneak Preview - gesehen am 01.04.13)

Kennt Ihr den "LOST-Effekt"? Ihr schaut eine Serie oder einen Film und solange dargebotene Geheimnisse, mysteriöse Ereignisse und Rätsel nur angedeutet und nicht abschließend erklärt werden, verfolgt man gespannt das Geschehen und sehnt sich sogar passende Auflösungen herbei. Wenn es dann allerdings soweit ist, kippt die (hohe) Erwartungshaltung nicht selten in Enttäuschung um. Die Erklärungen, die die Geschichte eigentlich zu einem runden Abschluss bringen sollen, fügen sich nicht recht ein, sind zu abstrus, zu weit hergeholt, "billig" oder selbst zu unverständlich. Bei Gruselfilmen wie "Mama" verliert der Schrecken auch sehr rapide seine Wirkung, wenn man als Zuschauer in der zweiten Hälfte mit unnötigen Hintergrundinformationen und einer zu starken, vordergründigen Präsenz des Horrors konfrontiert wird. Schade, aber für mich hat das Ende des Films in der Tat einiges kaputt gemacht. Wobei dieser Fakt allein natürlich nicht dafür verantwortlich ist, dass ich nur eine "4+" vergebe. Wie heißt es in Beurteilungsschreiben immer so schön? "Er hat sich stets bemüht." Das trifft auch definitiv auf diesen Grusler zu, der handwirklich absolut grundsolide umgesetzt und mit allen gängigen Genre-Versatzstücken versehen wurde. Flackernde Lichter, unheimliche Geräusche und Schatten, vorbeihuschende Gestalten in der Dunkelheit - alles da und alles nett gemacht. Leider habe ich mich nicht ein einziges Mal wirklich erschreckt und das sollte man ja von solch einem Film durchaus erwarten dürfen. Nun muss man auf jeden Fall erwähnen, dass Horrorfilme mit die ungeeignetsten Kandidaten für eine Sneak Preview in Siegen sind, da unser leider von viel zu vielen asozialen Arschlöchern durchtränktes Publikum die für das Genre notwendige Gruselatmosphäre durch dauerndes Gelaber, Gekicher und Gelächter meistens schon im Ansatz erstickt - so auch in diesem Fall. Ich kann daher nicht sagen, ob "Mama" ohne die lästigen Störungen nicht vielleicht besser auf mich gewirkt hätte - möglich wär's. Wie dem auch sei, aus meiner Sicht fehlen sowieso die innovativen Elemente, die raffinierten Ideen, die Überraschungen. Zu sehr stützt man sich auf Altbewährtes (allein die eigentlich überflüssigen Nebenfiguren, bei denen man direkt weiß dass sie nur ihre paar Szenen erhalten um als dankbare Opfer zu enden) und davon gibt es einfach schon mehr als genug. Gute Darsteller, eine solide Inszenierung, durchaus atmosphärische Momente und einige exzellente Kameraeinstellungen (ich sag nur: Tauziehen! ^^) sprechen unter'm Strich durchaus FÜR dieses u.a. von Guillermo del Toro produzierte Horrormärchen. Wer das Genre mag, darf durchaus einen Blick riskieren, denn nur weil "Mama" mich persönlich nicht sooo sehr geflasht hat, muss das ja nicht für Euch gelten..
Von mir gibt's 5/10 aus der Wand krabbelnde Motten - oder halt die Note 4+

P.S. Es gibt auch einen Shortfilm, auf dem die Langfassung beruht!



"Stoker"

(im Kino - Sneak Preview - gesehen am 08.04.13)

Just als India 18 Jahre alt wird, stirbt ihr Vater bei einem Autounfall und Onkel Charlie, von dem sie bisher nichts wusste, tritt in ihr Leben. Er zieht prompt zu India und ihrer Mutter Evelyn auf's Familienanwesen und es stellt sich heraus dass er ein dunkles Geheimnis mit sich herumträgt...
Hmm. Ein wirklich seltsamer Film. Ganz klar liegt der Fokus hier bei "Style over Substance", d.h. es wird mehr Wert auf eine stilisierte Inszenierung mit ästhetischen Bildkompositionen, Symbolik, präziser Tontechnik und anderen Sperenzchen gelegt, als auf die eigentliche Handlung. Das kommt bei vielen sicher gut an, ICH konnte damit aber leider nicht wirklich was anfangen. Klar, die Leistungen der Darsteller (u.a. Nicole Kidman) sind gut, die eingestreuten Mystery-Elemente mag ich auch und der Film schafft es über weite Strecken, in mir eine Neugier aufrecht zu erhalten. Eine Neugier darauf, was es mit Onkel Charlie auf sich hat und worauf das ganze am Ende hinaus läuft. Aber das reicht nicht aus, um den kompletten Film zu tragen, wenn auf der anderen Seite langatmige und nervig verwirrende Szenen gepaart mit surreal wirkenden Sequenzen und die auf mich einfach ziemlich befremdlich wirkende Inszenierung für erheblichen Verdruss sorgen. Und das geht ja leider vom Anfang bis zum Ende so. Vielleicht bin ich ein Banause, weil ich den außergewöhnlichen Stil von "Stoker" nicht zu schätzen weiß, aber dann bin ich ehrlich gesagt gerne Banause. ^^ Die zwei einsamen Highlights dieses Familien-Thriller-Puzzle-Dramas sind für mich der im Hintergrund mehrmals laufende Song "Summer Wine" (ich LIEBE das Lied!) und ein wirklich beeindruckender Szenenübergang (Stichwort: Evelyns Haare), ansonsten gilt: Muss ich nicht haben!
Von mir gibt's 2/10 das Bein hinaufkrabbelnde Spinnen - oder halt die Note 5



"Die Frau des Zeitreisenden"

(im TV gesehen am 10.04.13)

Eine Gen-Anomalie lässt Henry seit er klein ist immer wieder unvermittelt durch die Zeit reisen, mal in die Vergangenheit und mal in die Zukunft. Er kann dabei weder beeinflussen wann das passiert oder wie lange er weg ist, noch weiß er wohin es ihn dabei verschlägt. Für die Beziehung zu seiner großen Liebe Clare, die sich nach etwas Normalität sehnt und auch ein Kind möchte, ist seine ungewöhnliche "Fähigkeit" zunehmend eine Belastung...
Beim Thema Zeitreisen bin ich natürlich immer sofort mit dabei, gegen die Vermischung mit einer schönen Romanze habe ich ebenfalls nichts einzuwenden. Der Film lässt uns an der durch die ständigen Zeitsprünge etwas kompliziert anmutenden Beziehung von Henry und Clare teilhaben, interessant werden die Entwicklungen vor allem dadurch, dass Henrys Leben sozusagen in verschiedenen Zeitebenen verläuft. Er trifft seine Frau z.B. als kleines Mädchen, in der Gegenwart ist er ihr dagegen bereits bekannt, obwohl sie ihm noch fremd ist. Außerdem heiratet Clare eine ältere Version von Henry, ja und den gemeinsamen Nachwuchs kann Henry schon in Augenschein nehmen, bevor er überhaupt auf die Welt gekommen ist. ^^ Mir hat dieses Zeitreise-Durcheinander sehr gut gefallen, es wirkt auch in sich recht schlüssig und von Anfang an unheimlich faszinierend. Klar, einige Fragen bleiben unbeantwortet, aber große Logiklöcher konnte ich ehrlich gesagt nie ausmachen. Wär aber auch wurscht, denn eigentlich geht es ja um eine schön erzählte Liebesgeschichte, die hier eben mal erfrischend anders angegangen wird. Während vielen Paaren der normale Alltag Probleme bereitet, sehnen sich die Protagonisten in "Die Frau des Zeitreisenden" nach genau dieser Normalität. Zeitreisen sind hier auch eher Fluch als Segen.. von einem ertricksten Lottogewinn mal abgesehen. *g* Eric Bana macht seine Sache übrigens ebenso gut wie die bezaubernde Rachel McAdams, schade nur dass wirklich gefühlvolle und dem Zuschauer ans Herz gehende Szenen etwas arg rar gesäht sind. Da hapert es wohl ein wenig am Script und leider auch an der Inszenierung des deutschen Regisseurs Robert Schwentke. Sei's drum, trotz verschenktem Potential kann ich diesen Streifen jedem Freund von Beziehungsdramen und der Zeitreise-Thematik absolut empfehlen!
Von mir gibt's 7/10 aus dem nichts auftauchende nackte Männer - oder halt die Note 2-



"Das Leben ist nichts für Feiglinge"

(im Kino - Sneak Preview - gesehen am 15.04.13)

Als seine Frau stirbt, versucht sich Markus vor allem wegen der gemeinsamen Teenager-Tochter Kim zusammenzureißen, trotzdem entgleitet sie ihm immer mehr. Hinzu kommt die Krebsdiagnose seiner Mutter Gerlinde, die Markus ihre Krankheit zunächst erfolgreich verheimlicht, um ihn damit nicht zusätzlich zu belasten. Eines Tages brennt Kim mit einem rebellischen Schulfreund nach Dänemark durch und Markus reist ihr zusammen mit Gerlinde und deren Pflegerin Paula hinterher...
Tod und Trauer, Familienzusammenhalt und -entfremdung, schwere Krankheit.. Ja, "Das Leben ist nichts für Feiglinge" widmet sich ernsten Themen und wirft als Tragikomödie doch auch genügend lakonischen Humor mit in die Waagschale. Eine schwierige Gratwanderung, die allerdings hervorragend gelingt. Nicht zuletzt ist dies wohl den hervorragenden Darstellern zu verdanken, allen voran Wotan Wilke Möhring, die emotionale, ernste Momente genauso überzeugend rüberbringen wie die immer wieder wunderbar passend eingestreuten, oft zynischen und der Auflockerung dienenden witzigen Szenen. Sogar der Krebs bekommt hier sein Fett weg - toll! Leider ist das Erzählmuster des Films alles andere als originell und das macht sich in der zweiten Hälfte durchaus auch negativ bemerkbar, wobei mich vor allem der Storyteil um Kim und den aufmüpfigen Alex (Frederick Lau ist der einzige Makel im Cast) eher gelangweilt bis genervt hat. Schade, aber unter'm Strich bleibt immer noch eine interessante, gleichwohl lockere wie tiefgehende Betrachtung einer durch Schicksalsschläge gebeutelten Familie, deren Beziehungen zueinander charmant und authentisch dargestellt werden. Für einen deutschen Film durchaus respektabel, für die Sneak sowieso. ^^
Von mir gibt's 5/10 gegen Schmerzen verabreichte Kekse - oder halt die Note 3-



"Oblivion"

(im Kino gesehen am 16.04.13)

Vor 60 Jahren befand sich die Menschheit im Krieg gegen außerirdische Invasoren, ein zerstörter Mond und radioaktive Verseuchung machten daraufhin eine Umsiedlung auf den Saturn-Mond Titan notwendig. Jack und seine Partnerin Victoria sind noch auf der Erde stationiert, um die wichtige Förderung von Ressourcen zu überwachen. Als eines Tages ein Raumschiff abstürzt und es Jack gelingt, eine der menschlichen Insassen zu retten, beginnt sein Weltbild gehörig ins Wanken zu geraten...
Ein postapokalyptisches Szenario, die zerstörte Erde nach einer Alien-Invasion - typischerweise erwartet man da einen dreckigen, dunklen Look. Doch da hat man die Rechnung ohne Regisseur Joseph Kosinski ("Tron Legacy") gemacht. Natürlich ist unser Blauer Planet total verwüstet, dem steht aber elegante, extrem saubere, fast schon sterile Technik in Form von Jacks "Skytower" und seinem Raumschiff gegenüber. Zusammen mit den genrell sehr tageslicht-freundlichen und von wunderschönen Hintergründen untermalten Bildern entsteht dadurch ein ungemein faszinierender Look, der mich nachhaltig beeindruckt hat. Auch inhaltlich macht "Oblivion" vieles richtig: Zwar weiß man als Zuschauer ziemlich schnell, dass an Jacks Mission etwas mächtig faul ist, doch der Weg zur "Wahrheit" wird interessant und spannend erzählt. Gerade die ungewöhnlich ruhige, langsame erste Hälfte des Films hat mir sehr gut gefallen, man bekommt genügend Zeit diese Welt, in der Jack sich befindet, kennenzulernen, und dank der eben erwähnten stimmungsvollen Optik wird das auch zu keiner Sekunde langweilig. Action gibt es vor allem später natürlich auch immer mal wieder, positiv hervorheben darf ich an dieser Stelle die ruhige Kameraführung und die exzellenten Special-Effects. Nun ist "Oblivion" natürlich ganz klar als Blockbuster konzipiert und macht hier und da vielleicht etwas arg große Zugeständnisse ans Mainstream-Publikum - Klischees bleiben also nicht aus und a bisserl mehr Mut hätte den Machern beim an sich sehr durchdachten Handlungsablauf nicht geschadet. Das sind für mich aber keine allzu tragischen Kritikpunkte, ebensowenig übrigens die zahlreichen, immer wieder deutlich werdenden Einflüsse anderer Science-Fiction-Filme ("Moon", "Wall-E", "2001" etc.). Es wirkt nie wie ein lieblos zusammengeklautes Sammelsurium und nur dann gäbe es imho einen Grund zu meckern. Hey, es gibt mittlerweile so viele Genre-Klassiker, da isses eh schwer etwas komplett neues zu erschaffen! ^^ Mir jedenfalls hat das neue Werk mit Tom "Scientology" Cruise (der auch nie altert, kann das? *g*) echt gefallen, allein der herausragende Look war es für mich wert, den Film auf der großen Leinwand zu sehen. "Oblivion" ist kein Meisterwerk, aber ein mehr als gelungener Beitrag im Science-Fiction-Genre!
Von mir gibt's 8/10 schick beleuchtete Swimmingpools über den Wolken - oder halt die Note 2



"Dredd"

(auf BD - in 3D - gesehen am 19.04.13)

Richter, Geschworene und Vollstrecker? Ah wat, Gewaltenteilung my ass! So zumindest sieht's in der Zukunft aus, in der Verbrechen und Gewalt förmlich explodieren und nur die sogenannten "Judges" noch halbwegs für Ordnung sorgen. Das kommt Euch bekannt vor? Kein Wunder, denn 1995 gab es schon einmal eine Verfilmung der Comics rund um Judge Dredd, einen der besten und härtesten Gesetzeshüter, der nicht gerade zimperlich mit dem Verbrecher-Abschaum umgeht. Ich habe mir kürzlich mit einem Kumpel "Judge Dredd" und "Dredd" (in 3D) direkt hintereinander angesehen und wir waren uns beide einig, dass die Neufassung ziemlich enttäuscht. War die Handlung beim Stallone-Actioner schon recht dürftig, wird sie bei "Dredd" nahezu auf Null zurückgeschraubt. Unser aller Lieblings-Judge kommt mit der jungen Rekrutin Anderson in ein 200-stöckiges Hochhaus und nach kurzer Zeit wird dieses von der Schurkin "Ma-Ma" komplett abgeriegelt. Nun müssen sich die Guten Stockwerk für Stockwerk bis zum "Levelboss" durchkämpfen - und das war's! Die schlimmsten Befürchtungen wurden dann auch wahr, nach der Abriegelung des Gebäude-Komplexes spielt der restliche Film nahezu ausnahmslos in kargen, langweiligen Hochhaus-Fluren und -Zimmern. Ob das Budget zu gering war oder es an Ideen mangelte.. man weiß es nicht. Insgesamt hat man sich bei den Settings und der Ausstattung kein bisschen Mühe gegeben, von futuristischem bzw. Comic-Flair fehlt leider nahezu jede Spur. Die Stadt sieht nach 08/15 aus ("The Dark Knight" lässt grüßen) und die Uniformen der Judges nach stinknormaler Motorrad-Kleidung, es fahren normale Autos rum, Mutanten oder Roboter sucht man vergebens. Wohlgemerkt entsteht der negative Eindruck natürlich vor allem im Vergleich zum weitaus fantasievolleren ersten Film, der von vorne bis hinten eine faszinierende, futuristische Welt vermittelt und dadurch wesentlich unterhaltsamer ist. Natürlich kann man aus heutiger Sicht sagen, dass manche Effekte (z.B. die Flug-Verfolgungsjagd) etwas veraltet wirken und die Kostüme etwas "billig". Auch nervt Rob Schneider als Sidekick immer mal wieder und mit Stallones "Ich wusste, dass er das sagen würde!"-Spruch übertreibt man's etwas. Aber ansonsten macht der Film vieles richtig, vor allem ist Stallone als Dredd wirklich eine coole Respektsperson, während der neue Dredd eher wie ein normaler Judge unter vielen wirkt. Außer die Mundwinkel grimmig nach unten ziehen kommt von Darsteller Karl Urban nicht viel rüber, idiotischerweise nimmt er seinen Helm auch niemals ab (mir schnurzegal wie das in den Comics ist, für den FILM funktioniert das einfach besser wie es in der Fassung von 1995 gelöst wurde!). Eine schöne Neuerung kommt in Form der telepathischen Fähigkeiten von Rekrutin Anderson daher, das passt absolut in den Film rein. Sie ist bedauerlicherweise die einzige Nebenfigur, die halbwegs Akzente setzen kann, ansonsten gibt's da bis auf "Ma-Ma" niemanden zu nennen. Und hey, "Ma-Ma"? Seriously?? Für unfreiwillige Komik ist dank dieses selten dämlichen Spitznamens natürlich gesorgt, ich frage mich nur ob das Sinn der Sache war. Dieser Charakter bleibt eh furchtbar blass und kann als Bösewicht nicht ansatzweise mit Dredds Bruder aus dem ersten Film mithalten. Dort gab es dann noch Max von Sydow, Jürgen Prochnow.. Aber gut, ich könnte ewig so weiter vergleichen und die 3D-Neufassung würde fast immer den kürzeren ziehen. Wobei die extreme Härte bei der Action in "Dredd" schon Laune macht, mit expliziter Gewaltdarstellung wird nämlich nicht gegeizt. Visuell besonders ansprechend wird's bei den stylishen Zeitlupensequenzen, die in 3D durchaus als Augenschmaus bezeichnet werden können (auch wenn man nach den ersten Einsätzen dieser optischen Spielerei denkt "Okay, wir haben es jetzt langsam begriffen.."). Dass die Verfilmung nun deutlich düsterer, dreckiger und ernster angegangen wurde ist absolut okay und funktioniert stellenweise auch ganz passabel, doch irgendwie kommt die Inszenierung auch sehr seelenlos rüber, der Eindruck eines schlichten "The Raid"-Plagiats lässt sich ebenfalls kaum von der Hand weisen. Insgesamt muss ich sagen, dass "Dredd" eine belanglose Comicverfilmung geworden ist, die zwar mit konsequenter Härte und kompromissloser Action durchaus zeitweise unterhalten kann, die allerdings auf der anderen Seite mit Fantasie- und Ideenlosigkeit, einer extrem mauen Story, laschen Charakteren und letztlich komplett fehlendem Science-Fiction-Flair einfach nur enttäuscht. Denjenigen, die nichts gegen übertriebene Actioner aus den 90ern haben (oder die sich an teilweise veralteten Effekten arg stören - gelle Paddi? ^^), kann ich nur empfehlen beim Stallone-Dredd zu bleiben. Den kann man sich nämlich auch heute noch sehr gut ansehen, er ist gut gealtert!
Von mir gibt's 3/10 auf Stimm-Kommandos hörende Knarren - oder halt die Note 4-

P.S. Eine gänzlich andere Meinung zu "Dredd" könnt Ihr bei Kollege CineKie finden. Geschmäcker und so, Ihr kennt das ja..

P.P.S. Vergleich zwischen neuem und altem Dredd!

P.P.P.S. So ganz unter uns: Wenn Karl Urban keine Zeit gehabt hätte, wäre Angela Merkel perfekt für die Rolle gewesen! ^^

P.P.P.P.S. Kultige Zitate aus "Judge Dredd":

"Wäre es nicht erfrischend, gelegentlich mal Gefühle zu haben, hm?"
"Gefühle... dagegen müsste es ein Gesetz geben."

"5 Jahre? Ich hatte keine Wahl, die haben sich gegenseitig abgeknallt."
"Du konntest zum Fenster raus!"
"Aber 40 Stockwerke? Das wäre Selbstmord gewesen!"
"Gut möglich, aber wenigstens legal."




"The Broken Circle Breakdown"

(im Kino - Sneak Preview - gesehen am 22.04.13)

Mögt Ihr Country-Musik? Genauer gesagt Blugrass? Dann ist dieser Film genau das richtige für Euch, denn an eben jener Mucke mangelt es hier ganz sicher nicht. Ich fand das mal ganz okay, muss aber auch sagen dass mir die Stücke irgendwann ein bisschen auf die Nerven gingen - und nach dem Kinobesuch hatte ich prompt leichte Kopfschmerzen.. :D Nun ist "The Broken Circle" (warum zum Geier lässt man bei uns das "Breakdown" weg!? *Kopf --> Tischkante*) natürlich kein Musical, sondern eigentlich die Liebes- und Leidensgeschichte eines ungewöhnlichen Paares. Freigeist Didier auf der einen Seite (er hat mich immer frappierend an Klaas Heufer-Umlauf erinnert! ^^), die tätowierte Elise auf der anderen Seite. Oh und eine Tochter namens Maybelle gibt's auch noch, die mit 6 Jahren an Krebs erkrankt und auch daran stirbt. WAAAH, Tiuri, Du Spoiler-Arsch!! Neiiin, keine Sorge, ich nehme nicht zuviel vorweg, denn aufgrund der verschachtelten Erzählform bekommt man das tragische Ende von Maybelle schon sehr früh mit. Die Szenen in "The Broken Circle" verweben geschickt unterschiedliche Zeitebenen miteinander, Ereignisse aus der Vergangenheit werden so unmittelbar mit der Gegenwart verbunden, was durchaus seinen Reiz hat. Auch weil man manchmal durcheinander kommt und sich anstrengen muss, um das Gesehene klar einzuordnen. Trotz dieses originellen Kniffs können die Macher allerdings nicht kaschieren, dass die Story an sich recht mau geraten ist und bei mir wiegt dieser Punkt gleich doppelt schwer. Ich konnte nämlich zu den beiden Protagonisten nicht wirklich DIE Sympathie aufbauen, die nötig gewesen wäre, um gefesselt und emotional berührt zu werden. Musste man denn auch so eine mit Tattoos übersähte Frau nehmen, bei der ich kotzen könnte wenn ich diese potthässliche Körperverschandelung sehe!? Und musste man Didier unbedingt einige Szenen verpassen, die ihn als absolutes Arschloch dastehen lassen!? Sorry, das hilft dem Film echt nicht unbedingt. Was man dagegen definitiv sagen kann: Die Hauptdarsteller zeigen vor allem in Streitgesprächen eine beeindruckende Spielwut und sorgen dafür dass emotionale Momente durchaus intensiv rüberkommen. Dass nebenbei auch Glauben und Politik ihr Fett wegbekommen, sei nur am Rande erwähnt. Tja was soll ich sagen.. "The Broken Circle Breakdown" punktet mit seinen hin und her springenden Zeitebenen und einigen verdammt intensiven Momenten (dank der tollen Schauspielleistungen), die Geschichte ist allerdings bisserl lame (und ich hab übrigens die Nase langsam voll was das Thema Krebs angeht, das kam in letzter Zeit viel zu oft), Didier und/oder Elise dienen zumindest mir nicht ansatzweise als Identifikationsfiguren, mit der netten Country-Musik übertreibt man es ein wenig und zu lang ist der Film ebenfalls geraten. Alles in allem war's für die Sneak okay.
Von mir gibt's 5/10 an Scheiben donnernde Vögel - oder halt die Note 4+



"Iron Man III"

(im Kino - Sneak Preview - gesehen am 29.04.13)

Hallos? Seit wann kommen denn bitte Blockbuster wie "Iron Man III" in der Sneak Preview?? Nicht falsch verstehen, ich habe mich natürlich gefreut, zumal mich die Kinokarte so nur ungefähr die Hälfte gekostet hat (5 Euro kostet der Überraschungsfilm bei uns). Dummerweise hatte ich mir kurz zuvor bereits nichtsahnend die reguläre Kinokarte für den Film gekauft. Für die 3D-Vorstellung. Im großen Kinosaal 1. Da wollte ich zusammen mit einem Kumpel reingehen. Und vorher hätt ich mir gerne die Vorgänger noch einmal angesehen. Das wäre mir insgesamt schon iwie lieber gewesen. Zumal ich für den Umtausch der überflüssigen Karte nun auch am nächsten Tag extra nochmal nach Siegen fahren musste. *grml*
Egal, der Eiserne ist jedenfalls zurück und darf unter neuer Regie seinen nun bereits dritten Solo-Auftritt im Lichtspieltheater absolvieren. Dieses mal bekommt es unser Superheld nicht nur mit dem Terroristen "Mandarin" sowie biologisch veränderten Supermenschen zu tun, sondern auch mit seinen eigenen, inneren Dämonen. Seit den Geschehnissen in New York (siehe "The Avengers") leidet Tony Stark nämlich unter Schlafstörungen und sogar Panikattacken. Ein interessanter Aspekt, der für mehr Charaktertiefe sorgt und auch dafür, dass Stark insgesamt deutlich mehr Screentime als sein Alter Ego zugesprochen wird. Natürlich sollte man keine tiefgründige Dramatik erwarten, diese wäre bei solch einer Art Film auch ziemlich fehl am Platze, trotzdem gelingt es den Machern, der Hauptfigur nochmal neue Facetten abzugewinnen. Und hey, sind wir ehrlich, die Figurenzeichnung ist hier an sich bereits im ersten Teil recht eindeutig festgelegt worden. Wie dem auch sei, Tony Stark ist und bleibt weiterhin der mit Abstand schillernste Superheld im Marvel-Universum, der einerseits mit seiner grenzenlosen Selbstverliebtheit und Arroganz sowie andererseits mit seinem unglaublichen Charme, seiner Coolness und Cleverness zu unterhalten weiß. Bruce Wayne ist ebenfalls stinkreich und verdammt clever - doch den Titel der "coolsten Sau in Town" hätte Stark schon gewonnen ehe Wayne einmal "Alfred" sagen kann. Und dabei müsste man seine immer sehr sehenswerten Auftritte als "Iron Man" gar nicht mal berücksichtigen. Mir persönlich fehlen in allen "Iron Man"-Teilen die richtig überzeugenden Bösewichte, da ist gerade auch der aktuelle Teil keine Ausnahme. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass es von mir für die Reihe keine Höchstnoten gibt (Teil 1: Note 2+, Teil2: Note 2). Schade, mit dem Mandarin hat man hier eine wirklich gute Chance vertan, diesen Umstand zu ändern. Lustiger Storytwist hin oder her... Ein paar Punkte, die mir an "Iron Man III" übrigens auch etwas sauer aufgestoßen sind: Teilweise bekam man den Eindruck, die vielen Rüstungen wären aus Pappmaché und würden beim kleinsten Fingerschnipp schon kaputt gehen. Das passt doch irgendwie nicht. Außerdem frage ich mich ernsthaft, warum man den Iron Patriot (War Machine) als Beschützer des Präsidenten abstellt und kein Mensch bei dessen Ankunft erst einmal einen Blick riskiert, um zu sehen wer sich da genau hinter der Maske verbirgt!! Und wieso kann Stark seinem Kumpel James Rohdes keinen seiner vielen Anzüge geben, da sie ja alle auf ihn persönlich konfiguriert sind, während er offenbar keinerlei Veranlassung darin sah, dieses extrem wichtige Feature - wichtig gegen Missbrauch - auch in die War Machine Rüstung zu integrieren!? Das sind alles Kleinigkeiten, die mich nach dem Filmgenuss durchaus beschäftigt haben. Sollte aber natürlich niemanden davon abbringen, sich den Film anzuschauen! "Iron Man III" ist eine richtig gute Superhero-Verfilmung geworden, die mit tollen Schauspielern, packender Action, state-of-the-art Effekten und wie üblich mit jeder Menge treffsicherem Humor aufwarten kann. Zu Recht gab's am Anfang des Films Applaus im Kinosaal, völlig zu Unrecht haben die meisten Besucher den Saal bereits vor Filmende verlassen. Aber dieses dumme Verhalten ist ja nichts neues. ^^
Von mir gibt's 7/10 feuerspuckende Schurken - oder halt die Note 2-



"Die Nacht der lebenden Loser"

(im TV gesehen am 30.04.13)

Vom Thema Zombies kann ich persönlich ja nie genug bekommen, zumal es sich sowohl für ernsthafte Auseinandersetzungen eignet als auch für das Komödienfach genug Stoff bietet. Aus deutschen Landen gab's da - wenn man von "Rammbock" (den ich nicht so toll fand) und den Beteiligungen an der "Resident Evil"-Reihe mal absieht - bisher verdammt wenig zu vermelden. Als nun "Die Nacht der lebenden Loser" nochmal im TV lief, wollte ich dann doch mal einen Blick riskieren. Und vielleicht lag's an dem schlechten Ruf des Films und den daraus resultierenden äußerst niedrigen Erwartungen, aber ich hab mich durchaus gut amüsiert! ^^ Nun lässt sich selbstverständlich nicht abstreiten, dass hier ein absolut trashiges Machwerk vorliegt. Ganz im Gegenteil, der Film wirkt billig von vorn bis hinten, gerade auch die teils grenzwertig schlechten Schauspielleistungen lassen daran gewiss keinen Zweifel. Collien Ulmen-Fernandes z.B. schien mir an einigen Stellen völlig unpassend grinsen zu müssen, ich frage mich ob das bewusst nicht der Schere zum Opfer fiel oder ob es den Machern schlicht egal war bzw. darauf nicht geachtet wurde. Man weiß es nicht, ist aber auch wurscht. Insgesamt sind die Darsteller - inklusive Collien - einfach sympathisch, das reicht vollkommen. Okay, manchmal nerven die Figuren im Film auch ziemlich, das muss ich schon sagen, wobei das vorwiegend mit den flachen Gags zu tun haben dürfte, die manchmal einfach "too much" und daher nicht mehr lustig sind. Da wird's dann zu albern. Dem steht aber auch durchaus gelungener Humor gegenüber, außerdem wird die Geschichte angenehm flott vorangetrieben und ähnlich wie in "Warm Bodies" bekommt der Zuschauer einen kleinen Eindruck davon, mit welchen Alltagsproblemen sich der gemeine Zombie so herumschlagen muss. Hier kann man sogar tatsächlich von erfrischend neuen Ideen sprechen. Hört hört. Ach ja, die Handlung: Drei Außenseiter bekommen bei einem misslungenen Erweckungs-Ritual versehentlich Zombie-Asche ab und erwachen daher nach einem tödlichen Autounfall als lebende Tote im Leichenschauhaus. Anfangs stellt sich das Untoten-Dasein als ziemlich cool dar, doch bald merken die Jungs, dass sie sich schleunigst um ein Gegenmittel bemühen sollten. Denn langsam fallen schon einzelne Körperteile ab und die Gier nach Menschenfleisch erwacht... Ich sag's mal so: "Die Nacht der lebenden Loser" ist platt, extrem trashig und billig gemacht - verquickt meiner Ansicht nach Zombiefilm und Teeniekomödie aber in erstaunlich amüsanter Weise. Im Kino hätte ich mich vielleicht geärgert, für's Fernsehen war der Film aber genau das richtige.
Von mir gibt's 5/10 aus der Hose kullernde Hoden - oder halt die Note 3-


26.5.13 19:40
 
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