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Mein Kino-Monat - Februar 2008

Da die Rubrik so überwältigend gut bei Euch ankommt (meine Sekretärin wertet heute noch die schier unüberblickbare Flut an Feedback aus..), mache ich mal mit dem Februar weiter. Bis auf "Sweeney Todd", den ich mir nur wegen der Oscar-Verleihung noch reingezogen habe (man möchte ja doch so viele nominierte Filme wie möglich gesehen haben), sind's alles Sneak-Filme. Aber da wird man ja auch ab und an positiv überrascht.

Ach ja, die Oscar-Verleihung lag natürlich an und es geschehen noch Zeichen und Wunder: Ich hab tatsächlich besser getippt als der Stefan, mit dem ich mir die Verleihung traditionell jedes Jahr anschaue. Er hat 5 richtige, ich 9 - letztes Jahr war's genau umgekehrt. *lol* Wen's interessiert, hier die Tipps und Oscar-Gewinner (letztere sind mit dem Punkt gekennzeichnet).
Aber nun endlich zu den Kinofilmen vom Februar:



"The Sick House"

Horrorfilme aus Großbritannien finden ja spätestens seit "The Descent" große Beachtung, aber es gibt halt leider auch weniger überzeugende Genre-Vertreter von der Insel. In "Sick House" verschlägt es eine Archäologin sowie eine Gruppe hirnbefreiter junger Leute in ein leerstehendes Londoner Krankenhaus, in dem plötzlich Unerklärliches vor sich geht und ein Pestheiler aus dem 17. Jahrhundert fröhlich mordend um sich wütet. Man hätte daraus sicher einen netten kleinen Grusler machen können, wäre da nicht die dilettantische Inszenierung. Als wäre es nicht schon schlimm genug dass mal wiiieder auf nervige, vollkommen unsympathische und hirnentleerte "Partykids" als verdiente Opfer zurückgegriffen wird (abgesehen von der Archäologin), legt man diesen auch noch lächerliche Dialoge in den Mund und lässt sie in den meisten Situationen genre-typisch ziemlich unglaubwürdig reagieren. Dazu der auf grobkörnig und düster getrimmte Look (kommt billig rüber), die teilweise Wackelkamera, der mitunter lächerlich wirkende Pestheiler (mit seiner Vogelmaske ^^) und die leidlich spannende Story - das geht mal GAR NICH. Dem gegenüber stehen ein paar wenige clevere Ideen und gut gemachte Szenen sowie ein in meinen Augen wirklich nettes Ende. Alles in allem ein Horrorfilmchen das man nicht unbedingt gesehen haben muss - kommt übrigens im Mai schon auf DVD raus. *g*



"Death and Dishonor - Im Tal von Elah"

Junger Soldat kommt aus dem Irak zurück und wird plötzlich vermisst. Sein Vater, ein alter Kriegsveteran, macht sich eigenständig auf die Suche und kommt letztlich einer bitteren Wahrheit auf die Spur. Grob zusammengefasst ist das der Inhalt dieses Krimi-Dramas, welches eindrücklich aufzeigt was der Krieg aus jungen Menschen machen kann, wie er sie verändert. Nicht dass das irgendwie neue Erkenntnisse wären, aber gerade so manchem Amerikaner kann man das in der heutigen Zeit nicht oft genug vor die patriotisch-verblendeten Augen halten. Erzählerisch äußerst ruhig, ja geradezu langatmig, folgt der Zuschauer dem Soldatenpapa Hank (Tommy Lee Jones) bei seinen Ermittlungen und muss dabei durchaus Geduld aufbringen. Ganz ehrlich gesagt haben mich die Handlung und die Auflösung nicht hundertprozentig überzeugt, diesbezüglich kommt der Film einfach zu lasch bzw. "unaufgeregt" daher. Warum ich trotzdem noch eine 3- vergebe? Ganz einfach, weil der Streifen zum Glück den Fokus voll auf Hauptdarsteller Tommy Lee Jones legt und dieser kurz gesagt eine grandiose Leistung abliefert - die Oscarnominierung war mehr als verdient. Mit seiner raubeinigen, mürrischen Art, der großen Sympathie die er trotzdem sofort beim Zuschauer auslöst und der erstaunlichen Emotionalität die er seiner Figur in ausgesuchten Momenten verleiht, passt er perfekt in die Rolle des mit einem mal in seinen Grundwerten erschütterten Patrioten. Dazu noch Charlize Theron und Susan Sarandon mit beeindruckenden Leistungen, also dieser Film ist wirklich allein wegen der Schauspieler sehenswert. Respekt. ^^



"Helden der Nacht"

Oha, die erste Szene des Films ließ schlimmes befürchten: Nachtclubmanager Bobby fummelt an seiner Freundin Amanda herum - nun bin ich aber weder an Nacktszenen von Eva Mendes interessiert noch mag ich Joaquin Phoenix als Schauspieler sonderlich. *g* Allerdings soll man ja nicht zu früh urteilen und so hat mich "Helden der Nacht" doch positiv überrascht. Okay, die Geschichte ist nicht immer sonderlich originell (ein Cop, zwei Söhne, davon ebenfalls einer Cop und der andere verkehrt eher mit den falschen Leuten, steht zwischen den Stühlen, muss sich letztlich entscheiden wem gegenüber er loyal bleibt etc.), meiner Meinung nach aber auf jeden Fall spannend und interessant erzählt. Viele Actionszenen gibt's da nicht unbedingt, der im alten Stil gedrehte Polizeithriller setzt mehr auf eine stimmige Atmosphäre sowie die tollen Darsteller. Jaaa, neben Mark Wahlberg hat mich diesmal auch Joaquin Phoenix voll überzeugt, wer hätte es gedacht. Robert Duvall und Eva Mendes spielen ihre Parts ebenfalls solide, so dass unter'm Strich zwar beileibe kein Kracher wie "The Departed" dabei herauskommt, aber doch ein sehr ansehnlicher 80er-Copfilm, der im Grunde nicht viel falsch macht.



"Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street"

Regisseur Tim Burton kann sooo schöne Filme machen, man denke nur an den genialen "Big Fish" (Note 1) oder den Klassiker "Beetlejuice" oder "Mars Attacks!" - auch mit Johnny Depp hat er schon wahre Perlen auf die Leinwand zaubern können, siehe "Edward mit den Scherenhänden" und "Sleepy Hollow". Neulich habe ich mir "Charlie und die Schokoladenfabrik" angesehen und war recht enttäuscht, aber der aktuelle Burton "Sweeney Todd" ist definitiv bisher der schlechteste. Das liegt natürlich einzig und allein daran dass ich mit Musicals rein gar nichts anfangen kann, insofern kein Wunder dass mir das Dauergesinge hier unheimlich auf den Sack ging. Es gibt ja Musicals in denen die Handlung durch Lieder unterbrochen wird, in "Sweeney Todd" wird dagegen Gesang von einigen wenigen Dialogszenen unterbrochen - jegliche Anflüge von Atmosphäre oder Spannung werden im Keim erstickt wenn mal wieder dieses nervtötende Gesinge anfängt (meist ohne Struktur oder Melodie, oft mehr Sprechgesang als alles andere). Daneben überzeugt der Streifen natürlich wieder mit dem typischen Burton-Look und an der stylishen Ausstattung ist nichts auszusetzen, Kostüme und Setdesign sind einmal mehr exzellent gelungen. Nützen tut's dem filmischen Elend mit der leidlich interessanten Story trotzdem wenig. Neben einigen netten humorvollen Momenten kann einzig und allein die ausgezeichnete Darstellerriege noch für Pluspunkte sorgen: Johnny Depp war zwar schonmal besser, aber hey, es ist Depp! ^^ Einmalig gut dagegen wie immer Alan Rickman (nicht umsonst einer meiner Lieblingsschauspieler), er und Sacha Baron Cohen lockern die gepflegte Langeweile in Nebenrollen gekonnt auf. Dazu noch BS (Jamie Campbell Bower *rrrr*) und schon lasse ich mich ausnahmsweise zu einer gnädigen 5- hinreißen. Ohne das Geträller hätte was aus "Sweeney Todd" werden können, aber so ärgere ich mich um das verschenkte Potenzial...



"Walk Hard - Die Dewey Cox Story"

Eines muss man Musiker-Biopics wie "Ray" (Note 5) oder "Walk the Line" (Note 5) lassen: Sie sind immer gleich - gleich langweilig nämlich. Wer hätte gedacht dass es sich doch noch auszahlen würde diese Filme gesehen zu haben.. ^^ "Walk Hard" ist nämlich eine Parodie auf eben dieses Genre und bei einer Parodie ist es immer von Vorteil wenn man das Original kennt, noa. So kommt einem hier durchaus einiges bekannt vor, viele Handlungselemente und Szenen beziehen sich mehr oder weniger direkt auf die "großen Vorbilder" - mit dem einzigen Unterschied dass sie in "Walk Hard" auf's Komikzentrum der Zuschauer abzielen. Bei mir und den meisten anderen Sneakern hat das gut funktioniert, ich habe jedenfalls sehr viel gelacht! Es wurde einfach Zeit die staubtrockenen und angeblich ach so wertvollen Biopics gehörig auf die Schippe zu nehmen und das ist den Machern perfekt gelungen. Die Gagdichte ist erstaunlich hoch, zugegebenermaßen sitzt trotzdem nicht jeder Kalauer (mag aber teilweise auch an der Übersetzung liegen) und die satirischen Elemente sind im Vergleich zum schlichten Klamauk eindeutig in der Unterzahl. Wer damit ein Problem hat weil's ihm zu anspruchslos ist, kann gleich einen großen Bogen um "Walk Hard" machen. Ich hab mich allerdings trotz einigen kleinen Hängern durchgehend gut amüsiert. Was ich persönlich noch für einen genialen Schachzug der Macher halte, sind die vielen richtig guten Songs in dem Streifen (nicht nur "Let's duet" *grins*) - wer braucht da noch Einschlafhilfen ala "Walk the Line"!? Ach ja, John C. Reilly geht in der Hauptrolle richtig auf, eigentlich hätte man die Rolle ja eher Will Ferrell zugetraut.


10.3.08 15:46
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Alex / Azazel (10.3.08 20:58)
würd ja gerne was dazu sagen, habe aber keinen der Filme gesehen....dafür hab ich mich bei deinem MANIAC/GAMEPRO Eintrag wieder zu Wort gemeldet.


Tiuri / Website (21.3.08 16:49)
@Alex:
Und was lernen wir daraus? Du gehst zu selten ins Kino bzw. in die Sneak!
                                                                                                                        

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