No Beautiful Mind - Weblog @ myblog.de














Follow me directly on Twitter:
http://twitter.com/Tiuri7

















Mein Kino-Monat - März 2008

"Dan in Real Life - Mitten im Leben!"

Der seit vier Jahren verwitwete Dan trifft endlich auf eine Frau, die es schafft sein Herz wieder zu öffnen. Beim alljährlichen, großen Familientreffen muss er jedoch geschockt feststellen dass sie die neue Freundin seines Bruders ist. Wo die Liebe hinfällt...
Anstatt aus dieser Thematik eine der üblichen Schema-F-RomComs zu stricken, versucht "Dan in Real Life" seinem Titel gerecht zu werden und alle Facetten des turbulenten Familienlebens mit einzubeziehen. Steve Carell ist da genau der richtige Hauptdarsteller, denn seinem oft herrlich unbeholfenen Spiel nimmt man die witzigen Züge genauso ab wie die ernsten bzw. sogar tragischen. Nicht platter Klamauk bestimmt hier die Szenen, sondern sehr passend gesetzte Gags die ganz natürlich aus den Situationen heraus entstehen und dem Zuschauer die Figuren auf eine sehr angenehme Art näher bringen. Ganz klar, mit der Story gewinnt man beileibe keinen Blumentopf, einmal mehr punktet ein Film allein durch das WIE, also durch die Umsetzung. Und die steht und fällt mit den Darstellern: Wenn das Ensemble so überzeugen kann wie hier verzeiht man auch übertriebenes Heile-Welt-Familien-Getue oder die ein oder anderen eher undynamischen Szenen, die den Streifen merklich ausbremsen. Was soll's, letztlich ist "Dan - Mitten im Leben!" eine sehenswerte Tragikomödie geworden. Die charmante Umsetzung und der angenehm zurückhaltend agierende Steve Carell sind durchaus einen Blick wert.



"Outsourced - Auf Umwegen zum Glück"

Indien und Film? Da denken die meisten wohl sofort mit Schaudern an den ganzen Bollywood-Müll, und mit "Liebe lieber Indisch" (Note 6-) kam so ein schlechtes Machwerk ja auch mal in der Sneak (hab damals frühzeitig den Kinosaal verlassen). Dass es auch anders geht zeigt die indisch-amerikanische Koproduktion "Outsourced". Wie der Titel schon sagt hat man ein im Zuge der Globalisierung nach wie vor brisantes Thema als Aufhänger genommen, nämlich die Auslagerung von Produktion und/oder Dienstleistungen in Billiglohnländer (Nokia, anyone?). Hier ist es ein Call-Center das nach Indien verlegt wird, absurderweise für eine Firma die typisch amerikanischen Kitsch (also lauter unnützen Kram) verkauft. Todd Anderson ist bzw. war der Leiter dieses Call-Centers und soll nun direkt vor Ort seinen Nachfolger einarbeiten und ihn beim Aufbau des Telefon-Centers unterstützen.
Was aus dieser Grundthematik gemacht wurde ist eine erfrischend lockere Komödie rund um zwei total unterschiedliche Welten: Westlicher Kapitalismus meets indische Traditionen. Diese Gegensätze soll Todd vereinen und hat dabei doch selbst schon arg mit dem Kulturschock zu kämpfen. Eine amüsante Szene reiht sich dabei an die nächste und dank der rundum sympathischen Darsteller - vor allem Asif Basra und die hübsche Ayesha Dharker - sowie dem faszinierend exotischen Flair fühlt man sich von Anfang bis Ende wirklich sehr gut unterhalten. Sicher wird auch mit Klischees gespielt, jedoch wird sich zu keinem Zeitpunkt über die indische Kultur lustig gemacht. Ganz im Gegenteil, die Sitten und Bräuche werden respektiert und dem Zuschauer in angenehmer Weise nähergebracht. Man bekommt richtig Lust Indien mal selbst zu besuchen.. ^^ Einzig negativ ankreiden könnte ich dem Film seinen mitunter etwas farblosen und hölzern agierenden Hauptdarsteller Josh Hamilton. Aber gut, vielleicht wird gerade dadurch der Blick des Zuschauers mehr auf das bunte, interessante Drumherum in Indien gelenkt. Alles in allem kann ich "Outsourced" nur jedem empfehlen der Spaß am charmant präsentierten Aufeinanderprallen unterschiedlicher Kulturen haben könnte - und immerhin gibt's keine Bollywood-Tanz-Gesangs-Einlagen. Gott sei Dank.



"Horton hört ein Hu!"

Der erste Animationsfilm für mich in diesem Jahr und gleich ein richtig guter. Es geht um den Elefanten Horton, der eines Tages bemerkt dass auf einem Staubkorn ein winzigkleines Völkchen lebt, die Hus. Blöderweise glaubt ihm das niemand im Dschungel, genauso wie dem Bürgermeister von Huheim keiner abnimmt dass ihre Welt in großer Gefahr schwebt. Horton macht sich auf den gefahrvollen Weg zu einem sicheren Ort für das Staubkorn...
"Horton hört ein Hu!" punktet nicht so sehr durch eine besonders hohe Gagdichte, sondern eher durch den perfekt cartoon-mäßigen Look, die knuddelig-liebenswürdigen Figuren und die faszinierend-skurrile Welt der Hus. Falls diese Euch genauso wie mich direkt an den Grinch erinnern sollten: Ja, beide Geschichten (sowie auch "Ein Kater macht Theater") stammen aus der Feder des Kinderbuchautors Theodor "Dr. Seuss" Geisel. Der Stil von Huheim und seinen Bewohnern ist einfach sehr besonders, diese kleine Welt begeistert auch immer wieder mit tollen Ideen und jeder Menge Details am Rande. Allein der Sohn des Bürgermeisters kam für meinen Geschmack etwas zu kurz, er hat nicht viele Auftritte und dabei fand ich schon seine Szene im Trailer grandios.
Technisch spielt "Horton hört ein Hu!" auf höchstem Niveau mit, die Zeiten in denen CGI-Machwerke ob ihrer "kalten" Optik kritisiert wurden sollten spätestens jetzt endgültig vorbei sein. Comicartiger und gleichzeitig plastischer, ja ich möchte sagen lebendiger, hätte kein klassischer Zeichentrickfilm den Charakteren Leben einhauchen können. Als deutsche Sprecher wurden u.a. Christoph Maria Herbst und Anke Engelke verpflichtet, im Original leihen beispielsweise Jim Carrey und Steve Carell den Figuren ihre Stimmen. Ich denke beide Fassungen werden wohl empfehlenswert sein, ich hab die synchronisierte gesehen.
Was bleibt noch zu sagen: Es ist in meinen Augen ein Film für die ganze Familie, die Geschichte ist originell und gleichzeitig sehr leicht zugänglich und alles andere als komplex - überfordert wird da niemand. *g* Die sympathischen Figuren sind absolut kindgerecht gestaltet (auch die "Bösen" sind letztlich doch liebenswert), Erwachsene dürfte vor allem die Welt der Hus mit ihrem ganz eigenen Stil ansprechen. Wobei ich auch von Horton begeistert bin: Den ollen Dickhäuter MUSS man ja lieben, wie er sich so liebevoll um winzig kleine Wesen kümmert die er nicht einmal sehen kann. Ein paar mehr richtige Lacher hätte ich mir gewünscht, ansonsten fand ich diesen phantasievollen Animationsspaß absolut sehenswert!



"Hardcover"

Christoph ist ein unbedeutender Schreiber für Groschenromane und träumt von der großen Schriftstellerkarriere. Für die Recherche zu einem richtigen Krimi heftet er sich an die Fersen des Straßengangsters Dominik, um ihn im kriminellen Milieu zu beobachten...
Tadaa: Henry Ernst auf der großen Leinwand! Na ja gut, so ganz stimmt das freilich nicht, aber die Ähnlichkeit von Wotan Wilke Möhring zu unser aller Lieblings-Gamepro-Redakteur ist zumindest in diesem Film nicht von der Hand zu weisen (vergleicht doch nur mal.. *g*). So wie die Gamepro ohne Henry quasi undenkbar wäre, so unverzichtbar ist Möhring für "Hardcover". Seine Darstellung eines großmäuligen, prolligen Kleinganoven mit Herz schaut man sich einfach gerne an. Die Sprüche, das möchtegerncoole Ghettogehabe und vor allem der Kontrast zu Weichei Christoph sorgen für jede Menge schräg-komischer Szenen. Leider gerät das Ganze wenig aufregend, außer ein paar prekären Situationen gibt's in der kriminellen Szene nichts spannendes, mit dem das ungleiche Paar konfrontiert wird. Blöd, da hätte man etwas mehr draus machen können. Nichtsdestotrotz kann man sich "Hardcover" schon allein wegen Wotan Wilke Möhring zumindest auf DVD ruhigen Gewissens mal geben. Sonst verliert der noch seine Credibility, noa. ^^



"Juno"

Filme wie "Little Miss Sunshine" (Note 1+) oder "Juno" stechen aus der breiten Masse durch ihre angenehm originellen, intelligenten Drehbücher hervor. Sie beweisen dass es tolle Komödien auch jenseits des einfachen Klamauks gibt, hoffentlich kommen in Zukunft mehr solcher Filme in die Kinos. Erfolg haben sie ja zum Glück. In "Juno" geht's ganz schlicht um die - selbstverständlich ungeplante - Schwangerschaft einer 16jährigen mit all den Problemen und anstehenden Entscheidungen, die daraus resultieren. Im Mittelpunkt steht Juno (fabelhaft verkörpert von Ellen Page, bekannt aus der Serie "ReGenesis"), ein rebellisches Mädchen das einerseits der Welt mit ihrer selbstbewussten Art und ironischen Offenheit gegenübertritt, andererseits ihrem Alter entsprechend durchaus eine ehrliche, jugendliche Unsicherheit hinter der toughen Schale verbirgt. Einfach ein wunderbar ausgearbeiteter Charakter, so wie überhaupt alle Figuren in diesem Film. Stereotypen sucht man vergebens, Erwartungen über klischeehafte Konflikte werden nicht bedient. Im Gegenteil, Konflikte werden aus den Figuren heraus entwickelt, ein richtig guter Kontrast zu anderen dem Schema-F folgenden Komödien. Dass dies so gut funktioniert ist natürlich neben den überzeugenden Darstellern vor allem dem gewitzten Drehbuch zu verdanken, das mit frischen Ideen vor allem die Dialoge ordentlich aufpeppt. "Juno" trifft kurz gesagt einen ganz eigenen Ton und hebt sich damit wohltuend vom Komödien-Einerlei ab. Für meine Begriffe hätte hier und da etwas mehr Emotionalität nicht schaden können, darüber hinaus kommt Michael Cera als Paulie Bleeker (bester Kumpel von Juno und Vater des ungeborenen Babys) einfach zu kurz. Klar, er ist mit der Situation deutlich überfordert, aber klammert ihn Juno nicht zu sehr aus was ihre Entscheidungen angeht? Vor allem da die recht wenigen Szenen mit Cera in meinen Augen ziemlich klasse geworden sind, ist es bedauerlich dass er insgesamt so kurz kommt. Na ja, man kann nicht alles haben. Insgesamt erzählt "Juno" eine gleichermaßen witzige wie auch warmherzige und intelligente Story, die sich kein Freund niveauvoller Komödien entgehen lassen sollte!



"Abgedreht - Be Kind Rewind"

Witzig: In "Be Kind Rewind" drehen Jack Black und Mos Def jeweils etwa 20-minütige, eigene Versionen von Filmklassikern. Unter'm Strich komme ich nicht umhin festzustellen dass man auch "Abgedreht" besser als Kurzfilm hätte realisieren sollen - alle sehenswerten Szenen würden locker in eine halbe Stunde passen. Klar, die geschwedete (so nennen die das im Film) Fassung von "Ghostbusters" ist genial, aber ansonsten? Die anderen Amateur-Verfilmungen - u.a. "Robocop", "King Kong", "2001" oder "König der Löwen" - werden nur kurz angedeutet und damit schneller abgehandelt als man über sie lachen kann. Blöd halt wenn das Drumherum dann eher langweilig und uninteressant gerät, ich meine die ganze Geschichte um Jazzmusiker Fats Waller (*gähn*) und die Videothek-Abriss-Story. Auch Jack Black überspannt den Bogen hier und da merklich, was seine durchgeknallte Darstellung des Losers Jerry angeht. Das nervt manchmal. Auf der anderen Seite stehen dafür einige köstliche Momente, in denen seine Magnetisierung für richtige Lacher sorgt - ich sag nur Urin.. Alles in allem bietet "Abgedreht" in der Tat zu wenig um wirklich vollends überzeugen zu können, gerade die dröge (inszenierte?) Rahmenhandlung zieht den Film ordentlich runter. Im Kino auf keinen Fall empfehlenswert, für einen DVD-Abend zumindest wegen einiger verrückter Ideen vielleicht eine Überlegung wert.


21.4.08 17:13
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte dieses Weblogs ist der Autor.

https://myblog.de/tiuri
Gratis bloggen bei
myblog.de


kostenloser Counter