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Negativpresse unerwünscht


Als Videospieler bin ich froh dass es Fachzeitschriften wie die Gamepro und die Maniac gibt, auch diverse Onlineportale nehmen aktuelle Games-Software kritisch unter die Lupe und können enorm hilfreich sein beim Auswählen DER Spiele, die für einen persönlich interessant sind. Dass Tests bzw. die am Ende stehenden Wertungen manchmal stark voneinander abweichen oder man selbst hier und da eine ganz andere Meinung zu einem Spiel vertritt, ist normal - Geschmäcker sind schließlich verschieden. Dass Publisher ihre Titel an den Mann bringen möchten und daher negative Berichterstattung nicht gerne sehen, ist ebenfalls mehr als verständlich. Nicht akzeptabel sind jedoch gewisse Methoden, wie Publisher versuchen Kritik zu unterbinden und Publikationen/Redaktionen unter Druck zu setzen. Ob das die Kündigung von Werbekampagnen ist, das Verweigern eines Testmusters oder andere Benachteiligungen gegenüber Mitbewerbern, im Prinzip kann man darüber echt nur den Kopf schütteln. Schließlich liegt es in der Hand der Hersteller ein gutes und ausgereiftes Game auf den Markt zu schmeißen, dann klappt's auch mit den hohen Wertungen!

Einen besonderen Fall von Dreistigkeit hat sich dieser Tage Atari erlaubt. Ja genau, das sind die Herrschaften die auch das "Driv3er"-Debakel zu verantworten haben. *g* Na jedenfalls erschien unlängst ihr potentieller Sommerhit "Alone in the Dark V", neuester Teil der bekannten Survival-Horror-Reihe. Ich bin gespannt wie dieses Spiel in Maniac und Gamepro abschneiden wird, online sind natürlich bereits Reviews zu finden. Eines davon bei 4players.de:

"Alone in the Dark V" Review (4players.de)

Mit 68% Spielspaßwertung und teils heftiger Kritik am Spiel nimmt der Tester kein Blatt vor den Mund. Auch anderorts kam AitD5 nicht so gut weg, sei es wegen gruseliger deutscher Synchro, Steuerungsmacken oder Gamedesign-Defiziten. Atari gefällt das natürlich nicht, aber folgender Artikel zeigt zu welch lächerlichen Mitteln gegriffen wird, um der negativen Presse entgegenzuwirken:

"Atari kontra Pressefreiheit" Kommentar (4players.de)

Bevor Atari seinen Anwalt von der Leine lässt sollte man sich vielleicht mal an die eigene Nase fassen und schauen ob die Kritikpunkte an AitD5 berechtigt sind. Aus Fehlern kann man schließlich lernen, sich stattdessen lieber unsinnige Anschuldigungen und Forderungen aus den Fingern zu saugen zeugt dagegen nicht gerade von Professionalität. Ich finde es gut dass solche Machenschaften der Öffentlichkeit nicht verschwiegen werden und auch wenn der 4players.de-Chefredateur Jörg Luibl in seinem Kommentar mitunter etwas unsachlich wird ("Ihr könnt uns mal."), Recht hat er auf jeden Fall!

Wie gesagt, ich bin gespannt was Maniac und Gamepro zu "Alone in the Dark V" sagen und WENN das Spiel tatsächlich nicht der Bringer ist, dann erwarte ich auch einen ehrlichen Testbericht dazu. So etwas wie damals das "Driv3er"-Review der Gamepro muss ja echt nicht sein...

@Atari: Shame on you!


EDIT 25.06.08:
Mittlerweile gibt's einen sehr interessanten Spiegel-Artikel zu dem Thema, in dem sich auch Atari zu Wort meldet. Ganz ehrlich, für mich klingen die Äußerungen von Atari eher lächerlich, unglaubwürdig und rein auf Schadensbegrenzung ausgerichtet. Der Öffentlichkeit gegenüber muss man ja den braven, kundenorientierten Muster-Publisher mimen..

Ach ja, der Seite 4players.de wird jetzt natürlich vielerorts vorgeworfen sich mit der Angelegenheit nur profilieren und sozusagen in den Vordergrund spielen zu wollen. Meine Meinung: Sie wären dumm wenn sie die Situation nicht nutzen würden um auf sich aufmerksam zu machen. Aber das ändert doch nicht das geringste daran dass Atari hier Bockmist gebaut hat! Und die 68%-Wertung für AitD5 ist auch nicht übertrieben niedrig, wie andere Reviews zeigen. Also seh ich keinen Grund 4players.de an den Pranger zu stellen...
21.6.08 14:48
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


E r i C (22.6.08 10:55)
Einen extremeren Fall gab es damals bei Gothic 3. Nur die zeitschrift PC...(hmm ka wie sie heiß, kostte nur 3,60€) hat das SPiel wirklich bemängelt und ihm nur eine Wertung von 68% gegeben, hat aber auch offen gelassen, dass wenn die groben Fehler per Patch beseitigt werden die Wertung noch nach oben geht.

In der nächsten Zeitschrift wurde dann von dem damaligen Publisher ein Brief abgedruckt. In dem war eine deutliche Drohung zu lesen aufgrund der Wertung. Alle anderen Mags haben dem SPiel gute Noten gegeben, trotz der auch im Text genannten Kritik. Schon seltsam.


Runefaust (28.6.08 18:14)
Jaja die guten Ataris mal wieder. Seit sie den Namen gewechselt haben ist aus dem einst so respektablen Hersteller Infogrames eine richtige Schweinefirma a la EA geworden. Hatten sie damals beim Release von Driv3r nicht sogar Ghostwriter angeheuert, die in Spieleforen und bei Amazon gefakte Rezensionen geschrieben haben?


Tiuri / Website (29.6.08 19:42)
@Eric:
Ja, die "Akte JoWood" zum Fall Gothic3 hab ich mir natürlich auch durchgelesen. Ist schon interessant was da hinter den Kulissen so abgeht. und peinlich für die Hersteller, die ja nichts weiter tun müssten als ein fertiges Spiel auf den Markt werfen - aber das ist heutzutage wohl zuviel verlangt. ¬.¬

@Runefaust:
Hehe, ja bei "Driv3er" lief tatsächlich sowas ab. Und die Gamepro hat damals auch noch 86% vergeben.. das wurde ihnen laaaange und völlig zu Recht vorgeworfen.
                                                                                                                        


Runefaust (4.7.08 20:00)
Tja, ob hinter den Kulissen der großen Zeitschriften alles so mit rechten Dingen zugeht... Allein die Berichterstattung ist ja schon mehr als einseitig. Und nach welchem Muster ein Spiel ein zehnseitiges Preview bekommt ist mir bis heute schleierhaft.

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