No Beautiful Mind - Weblog @ myblog.de














Follow me directly on Twitter:
http://twitter.com/Tiuri7

















Mein Kino-Monat - August 2008

"The Fighters - Never Back Down"

Ein Trauma-geplagter Teenie (Jake) wird in neuer Umgebung von widerlichem Obermacker (Ryan) vermöbelt. Als Underdog fängt Jake nun bei weisem Lehrer (Jean Roqua) an zu trainieren, bis er schließlich sein Trauma überwunden und den pösen Purschen besiegt hat. Vorher muss natürlich noch Jakes neuer bester Freund (Max) arg zugerichtet werden, damit Jake nochmal zusätzlich Grund zur Rache hat. Ach ja und die hübsche Freundin (Baja) von Ryan bekommt Jake am Ende logischerweise auch ab.
Frage: Wie oft kann man die immer gleiche Geschichte herunterkurbeln ohne auch nur im entferntesten neue Aspekte hinzuzufügen? Mit "The Fighters" versucht man dieser Frage wohl nachzugehen und soweit es mich betrifft lautet die Antwort: Zumindest in diesem Fall geht das Konzept größtenteils nicht auf. Zu abgedroschen wirken die 08/15-Konflikte im Film, zu vorhersehbar ist praktisch die komplette Handlung. Man nehme nur mal die Szene in der Jake von Ryan zum ersten Kampf herausgefordert wird. Jake lehnt vehement ab und wiiiie üblich genügen ein paar provozierende Sprüche und es kommt doch zum Kampf. Das ist so dämlich (wäre erschreckend wenn es wirklich nur solch willensschwache Typen gäbe) und man hat's exakt so schon tausendmal gesehen.. Dass vieles bei "Never Back Down" an den 80er Jahre Klassiker "Karate Kid" erinnert - nur eben modern mit Street Fight Elementen versehen - ist den Machern wohl bewusst und so wird das "Vorbild" witzigerweise sogar im Film erwähnt, nie jedoch qualitativ erreicht. Da helfen auch die holprig integrierten Dramaelemente (Jakes Verarbeitung des Unfalltodes seines Vaters, Roqua und seine Familie) nicht viel. Was nun die Kampfszenen angeht, diese sind weder besonders spektakulär noch richtig schlecht ausgefallen - dafür aber wie heutzutage üblich a bisserl zu hektisch geschnitten. Würden die etwas zu seltenen Fights besonders herausragen, wäre vielleicht eine bessere Bewertung möglich gewesen. So kann ich nur noch ein paar Pluspunkte für gute Darsteller verteilen, gefallen haben mir Sean Faris (als Jake, schaut mitunter dem jungen Tom Cruise verblüffend ähnlich), Djimon Hounsou (als Kampfsporttrainer Roqua) und Evan Peters (als Sidekick Max für den Humor zuständig). Amber Heard (als Baja) soll wie beim Nebenrollen-Love-Interest üblich nur gut aussehen und Cam Gigandet (als Ryan) ist für mich eher eine Lachnummer. Ich weiß nicht woran es liegt, aber der hat ein Gesicht das einfach nur scheiße aussieht. *g*
Fazit: "The Fighters" will das neue "Karate Kid" der Youtube-Generation sein und hat mit diesem Konzept zumindest bei Zuschauern meiner Altersklasse keine Chance wirklich zu überzeugen. Zu ausgelutscht ist die vor Klischees triefende Reißbrett-Handlung, zu wenig Pfiff haben die etwas hektisch geschnittenen Kämpfe. Wirklich schlecht sieht anders aus, wirklich gut allerdings leider auch. Eine wackelige "4" kann ich dennoch vergeben, denn solide umgesetzt wurde das Ganze ja immerhin.



"Die Mumie III - Das Grabmal des Drachenkaisers"

Abenteurer feiern dieser Tage im Kino gerne ein Comeback wie mir scheint. Erst Ben Gates, anschließend Indiana Jones, jetzt Rick O'Connell.. schade dass nicht noch Lara Croft hinzustößt. Satte sieben Jahre sind seit "Die Mumie kehrt zurück" (Note 2-) ins Land gezogen und man durfte gespannt sein wie man der Thematik ein weiteres Mal interessante Aspekte abgewinnen will. Schließlich wärmte bereits Teil 2 so einiges auf, was "Die Mumie" (Note 2+) so erfolgreich und auch definitiv sehenswert gemacht hat. Frischen Wind in die Reihe versucht man vor allem mit einem komplett neuen Setting zu bringen - Ägypten, Sand und Pyramiden sind demnach out, das fernöstliche China oder auch die Höhen des Himalaya sind in. Als Imhotep-Ersatz fungiert der verfluchte, aber mit enormen Kräften und Fähigkeiten ausgestattete chinesische Kaiser Han, der wie üblich erweckt wird und aufgehalten werden muss bevor er mit seiner Terrakotta-Armee die Weltherrschaft an sich reißen kann. Das übliche halt. ^^ Nun ist es ja einerseits löblich dass die Macher ausgetretene Pfade verlassen, allerdings leidet andererseits die Mumien-Stimmung der ersten beiden Teile doch arg darunter. Was will man machen, Mumien verbindet man halt mit Ägypten, mit Pyramiden, vor allem aber logischerweise mit Mumifizierungen - die gibt's hier nämlich eigentlich gar nicht. Diesen Etikettenschwindel des Filmtitels mal beiseite gelassen, lässt sich zumindest eines ohne Zweifel feststellen: Die Schauwerte sind einmal mehr ein Genuss und genug Action wird den Zuschauern auf jeden Fall geboten. Und meist sogar ganz gut verfolgbar, eine (zu) hektische Kameraführung bleibt aber trotzdem nicht immer aus.
Nun ja, die Story entpuppt sich als etwas einfallslos, im Prinzip stolpern die Hauptfiguren nur von einer Location und einer Actionszene zur nächsten, was allerdings nicht weiter schlimm wäre wenn nicht beim Drehbuch geschlampt worden wäre - vor allem was die Charakterbeziehungen und verschenkte Möglichkeiten angeht. In erster Linie denke ich da an die O'Connells, denn von dem unterhaltsamen Vater-Mutter-Sohn-Beziehungsgeflecht aus Teil 2 ist leider nicht mehr viel übrig geblieben. An Brandon Fraser liegt es nicht, der gibt sich durchaus Mühe seiner Figur neues Leben einzuhauchen. Bedauerlicherweise können da weder Luke Ford als Alex (mir gefiel die Junior-Ausgabe des Vorgängers wesentlich besser) noch Mario Bello als Evelyn mithalten, ganz im Gegenteil. Bello kann man nur als Fehlbesetzung bezeichnen, an die tolle Rachel Weisz kommt sie zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd heran, die Chemie zwischen ihr und Fraser stimmt darüber hinaus leider ebenfalls nicht. Sehr schade, aber vielleicht wird's ja durch die Neuzugänge Michelle Yeoh und Jet Li ausgeglichen? Nicht wirklich, beide wirken gelinde gesagt unterfordert bzw. zu sehr an der Leine gelassen und gerade Li gelingt es nicht in seiner Bösewicht-Rolle aufzugehen - was allerdings bestimmt dem Drehbuch und nicht ihm selbst anzukreiden ist. Ach ja, das Potenzial herausragender Kampfsequenzen, welches den Machern mit Li und Yeoh praktisch auf dem Silbertablett serviert wird, bleibt ebenfalls weitgehend ungenutzt.
Das klingt jetzt alles sehr negativ und im Vergleich zu den guten ersten beiden "Mumie"-Filmen stinkt Teil 3 auch in der Tat merklich ab, trotzdem sei gesagt dass hier ein ordentlicher Popcorn-Actioner entstanden ist, der zumindest für einen kurzweiligen DVD-Abend durchaus zu gebrauchen ist. Schade halt dass man den Charme und das Feeling der ersten Teile nicht einfangen konnte, welche ich dem aktuellen Aufguss daher jederzeit vorziehen würde.



"Flammen & Citronen - Tage des Zorns"

Es gibt unzählige Kapitel aus der Nazizeit, die man filmisch verarbeiten kann, und das ganze natürlich nicht bloß aus deutscher Sicht. Hier handelt es sich um eine auf realen Personen beruhende Geschichte zweier dänischer Widerstandskämpfer, die im Jahr 1944 in Kopenhagen für die Liquidierung von diversen Nazi-Kollaborateuren verantwortlich sind. Die Frage lautet, ist das für uns irgendwie interessant? Ich sage nein, zumal letztes Jahr mit "Black Book" (Note 3) ein ähnlich gelagerter und in meinen Augen deutlich besserer Film in den Kinos lief. "Tage des Zorns" ist ein eher langsames, um nicht zu sagen langatmiges Thriller-Drama, das vor allem die zunehmende Zerrissenheit der Figuren in den Mittelpunkt stellt, welchen im Verlauf der Handlung Zweifel an ihrer Tätigkeit und ihrem Auftraggeber kommen. Den Darstellern kann man durchaus Lob entgegenbringen, glaubwürdig spielen sie ihre teils schwer durchschaubaren Charaktere nämlich auf jeden Fall. Soweit der Pluspunkt von "Flammen & Citronen", doch insgesamt überwiegen leider merklich die dramaturgischen Schwächen des Films, der definitiv um einiges zu lang geraten ist und der einen ordentlichen Spannungsbogen leider vermissen lässt. In Dänemark sieht man das freilich etwas anders, aber wie gesagt, für uns gilt: "Tage des Zorns" ist an sich noch ganz okay, aber viel zu behäbig und damit langweilig inszeniert - den Film braucht halt iwie kein Mensch..



"The Dark Knight"

Es gibt Filme die sind zeitlos und altern einfach nicht, ich wage mal zu behaupten dass Tim Burtons "Batman" nicht in diese Kategorie gehört. Neulich hab ich mir den nochmal reingepfiffen und scheiß die Wand an, der ist zum Teil heute fast schon peinlich. Nach wie vor um Welten besser als die grottigen "Batman Forever" sowie "Batman & Robin" und zu seiner Zeit sicherlich eine gute Comic-Verfilmung, also nicht falsch verstehen. Nur merkt man dem Streifen sehr deutlich an dass Leinwandadaptionen von Comics erst einige Jahre später wirklich gescheit umgesetzt werden konnten. Mit "Batman Begins" (Note 2-) wurde 2005 ein kompletter Neuanfang der Reihe gestartet, dieses Vorhaben ist auf jeden Fall geglückt. Jetzt steht die Fortsetzung an und trotz allem Hype kommt sie meiner Meinung nach nicht an den letzten Film heran. Die Gründe zu erläutern ist nicht leicht, da "The Dark Knight" oberflächlich betrachtet quasi alles richtig macht. Handwerklich wurde das gelungene Drehbuch sauber und präzise umgesetzt, man schließt auch inhaltlich direkt an den Vorgänger an. Mit dem Joker hat man einen tollen Schurken ausgewählt, vor allem seine Unberechenbarkeit und die Tatsache dass sein Hintergrund bzw. seine Vergangenheit mit keinerlei Erklärungen bedacht werden macht die Figur unheimlich spannend und unterhaltsam. Darüber hinaus spielt Heath Ledger den durchgeknallten Psychopathen absolut klasse - Hut ab! Die Actionszenen in "Dark Knight" sind sehr solide inszeniert, die düstere Stimmung passt sehr gut ins Gesamtbild und vor allem dank Butler Alfred gibt es trotzdem genau das richtige Fitzelchen Humor oben drauf. Dazu wird versucht der Story Tiefe zu geben indem die Charaktere vor allem mit sich selber Konflikte auszutragen haben, das gelingt mal mehr und mal weniger gut. Gerade Bruce Wayne / Batman hat mir diesmal nicht so gut gefallen wie im letzten Teil, ich kann aber nicht genau sagen woran es liegt - zumindest nicht allein am neuen Anzug, obwohl der alte auf jeeeden besser aussah. *g*
Na ja im großen und ganzen geht "The Dark Knight" in meinen Augen vor allem eines leider fast gänzlich ab: Comic-Atmosphäre! Gotham ist zu einer x-beliebigen US-Großstadt geworden, alles scheint in unserer gewohnten Realität zu spielen und das ist gelinde gesagt etwas langweilig. Dass Wayne Manor samt Bat-Höhle sich derzeit (bedingt durch den Vorgänger) "under construction" befindet hilft da natürlich auch nicht gerade. Ein weiterer Punkt: Katie Holmes ist nicht mehr als Rachel dabei und ihr Ersatz Maggie Gyllenhall passt zu keiner Sekunde in die Rolle - ein echtes Ärgernis! Neuzugang Aaron Eckhart gibt sich als Harvey Dent durchaus Mühe, die Abkehr von seinen Idealen passiert aber wie ich finde zu schnell und der ganze Part mit Two-Face wird mir zu sehr "verheizt". Dagegen hätte man den Film insgesamt durchaus etwas straffen können, aber das ist natürlich Meckern auf hohem Niveau.
Um nicht noch weiter auszuholen bring ich's mal auf den Punkt: "The Dark Knight" ist als Actionthriller gekonnt und ansprechend inszeniert, der Film unterhält durch seine clevere Story, die guten Actionsequenzen und auch vor allem aufgrund des Jokers über die gesamte Laufzeit. Als Comic-Verfilmung gesehen bin ich allerdings etwas enttäuscht, denn der Streifen setzt viel zu sehr auf ein realistisches Szenario ohne erinnerungswürdige Comic-Elemente - das hat mich einfach nicht richtig mitgerissen. Dazu noch das Fehlen von Katie Holmes und einige andere Kleinigkeiten.. also ein neues Superheldenverfilmungs-Highlight sieht anders aus. Sehenswert ist "Dark Knight" auf alle Fälle, ich hoffe trotzdem der nächste Teil kann wieder kräftig zulegen.

"Filme enttäuschen, Alfred. Was sollte ich Deiner Meinung nach machen?"
"Es ertragen, Master Wayne. Es aushalten."




"Die Stiefbrüder"

Komödien mit Will Ferrell kommen bei mir sehr unterschiedlich an. Während ich "Ricky Bobby" (Note 4) z.B. eher mau fand, konnte mich "Die Eisprinzen" (Note 2+) voll und ganz überzeugen. Im neuesten Ferrell-Streich geht es um zwei etwa 40-jährige Kindsköpfe, die noch zu Hause wohnen und die sich plötzlich als Stiefbrüder ein Zimmer teilen müssen, als des einen Mutter und des anderen Vater sich verlieben und heiraten. Zunächst sind sich die beiden Nesthocker spinnefeind und bekriegen sich regelrecht, doch dann merken sie dass sie viel gemeinsam haben. Nur die Ehe der Erzeuger-Einheiten leidet unter dem peinlichen Verhalten der "Kinder"...
Peinlich ist ein gutes Stichwort, denn der größte Teil dieses Films IST ziemlich peinlich.. und primitiv.. und dumm.. und unlustig. Wenn es ein Prädikat für Fremdschämen gäbe hätte es sich "Stiefbrüder" locker verdient, bei sehr vielen Szenen möchte man einfach nur in seinem Kinosessel versinken und die Jacke über den Kopf ziehen. Sicher, die Ausgangslage sorgt durchaus für einige lustige Situationen und ein paar richtige Lacher wurden mir durchaus entlockt (ich kann mich da z.B. an eines der Bewerbungsgespräche erinnern, Stichwort "Pan/Pam/Pand" *g*), aber das kann den Film insgesamt auch nicht mehr sonderlich rausreißen. Das kindisch-dämliche Getue der zwei Protagonisten geht einem einfach zu schnell auf die Nerven, die Gags sind eine Spur ZU flach und eben auf unterstem Niveau. Von Geschmacklosigkeiten wie "Hoden auf dem Schlagzeug" oder "Hundekot lecken" mal ganz abgesehen. *schüttel* Was dem Streifen übrigens durchaus anzusehen ist: Es durfte offensichtlich viel improvisiert werden am Set, das fällt einfach auf. Ganz sicher hatten die Darsteller beim Dreh unheimlich viel Spaß, das überträgt sich allerdings nicht wirklich auf den Zuschauer. Will Ferrell kann es besser, John C. Reilly ebenfalls (siehe "Walk Hard", Note 2-) - "Die Stiefbrüder" kann ich niemandem ernsthaft empfehlen.


20.9.08 11:01
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte dieses Weblogs ist der Autor.

https://myblog.de/tiuri
Gratis bloggen bei
myblog.de


kostenloser Counter