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Mein Kino-Monat - Oktober 2008

"The House Bunny - I Know What Boys Like"

Anna Faris kennen die meisten aus der Scary Movie Reihe. Hier spielt sie das Playboy-Bunny Shelley, das nach ihrem 27. Geburtstag aus dem sorglosen Leben in der Villa von Hugh Hefner gerissen wird - sie ist schlicht zu alt und wird daher vor die Tür gesetzt. Mehr zufällig wird sie auf eine studentische Schwesternschaft aufmerksam, die nur noch aus sieben schrulligen Mädels besteht und daher vor der Schließung steht. Um ihr neues "Zuhause" zu retten - es müssen Mitglieder angeworben werden - versucht Shelley da zu helfen wo sie sich auskennt: Mit Partys und Jungs.

"Ich bin Expertin für Partys und Jungs. Ich bin ein Bunny, mir schreiben Männer aus dem Gefängnis - manchmal mit ihrem eigenen Blut. Ich nehme an dass es ihr's ist, wer weiß das schon.."

Ich gebe zu, "House Bunny" ist eher eine Komödie von der Stange, vor allem die Reißbrett-Handlung gewinnt sicherlich keinen Innovationspreis. Doch die Grundidee, ein verwöhntes und bisher nur mit Oberflächlichkeiten konfrontiertes Playboy-Häschen muss plötzlich außerhalb dieser "Seifenblase" in der realen Welt zurecht kommen, kann durchaus für so manch lustige Situation sorgen. Umgesetzt wurde das teils viel zu platt und albern, teils aber auch witzig und grundsympathisch. Letzteres liegt bestimmt auch an Anna Faris, die zwar mit der Darstellung des naiven und etwas dümmlich wirkenden Blondchens hier und da übertreibt, auf der anderen Seite aber auch liebenswerte Facetten zeigt und damit zum Glück (fast?) nie zum echten Nervfaktor wird. Unter den schrägen Charakteren aus dem Verbindungshaus kann natürlich nicht jeder (oder besser jede, sind ja alles Mädchen) überzeugen und auch Colin Hanks als Shelleys Love-Interest bleibt extrem blass, doch letztlich wird der Film zum Glück von Faris zusammengehalten und die macht ja ihre Sache recht gut. "House Bunny" ist eine flache Komödie die sicher nicht allzu lang im Gedächtnis bleiben wird und die man garantiert nicht gesehen haben muss, die allerdings für den kleinen Gag-Hunger zwischendurch ordentlich funktioniert und wohl nur notorischen Hassern des einfachen Humors sauer aufstoßen wird.
Übrigens: Als weitaus peinlicher und niveauloser wie dieser Film stellte sich im Kino mein Sitznachbar heraus, der wirklich dermaßen nervig und blöde an jeder noch so unlustigen Stelle lauthals losgegröhlt hat, dass man nur noch mit dem Kopf schütteln konnte. Nein, ich habe nichts gegen fröhliche Menschen und man muss es sicher selbst erlebt haben, der Typ strahlte einfach mit jedem Lacher und jedem dämlichen Kommentar eine solch geballte Ladung Hirnlosigkeit aus, das war nur noch beschämend. Haben viele andere genauso gesehen wie ich. Leider haben wir diesbezüglich in Siegen Pech, hier gehen echt zu viele Assis in die Sneak.. *seufz*



"Nordwand"

Im Jahr 1936 steht der schier unbezwingbar erscheinenden Eiger Nordwand die Erstbesteigung noch bevor. Unter den Augen vieler Schaulustiger und der Presse wagen u.a. die beiden bayrischen Bergsteiger Toni und Andi den riskanten Versuch...
Ich war überrascht. Hatte nicht viel erwartet und die ganze Backstory um die angehende Reporterin Luise, ihren schmierigen Chef Henry Arau, die beiden Bergsteiger (gespielt von Benno Fürmann und Florian Lukas) und die eher beiläufige zeitgeschichtliche Einbindung des Nazi-Themas sind ganz passabel inszeniert worden - mehr aber auch nicht. Wobei man sagen muss dass Ulrich Tukur als Henry Arau ziemlich gut spielt, die anderen Darsteller aber doch recht hölzern agieren. Das ändert sich alles schlagartig sobald der wahre Star des Films die Bühne betritt: Schon der Blick vom Fuße des Berges die Eiger Nordwand hinauf kann man nur als respekteinflößend bezeichnen, sogar für den Zuschauer. Und mit dem Eintreffen von Toni und Andi beim Berg nimmt auch der Film so richtig Fahrt auf. Die anschließende Klettertour der beiden - bzw. der vier, denn zwei Österreicher machen sich ebenfalls auf den Weg - ist unglaublich spannend und optisch perfekt inszeniert. Das Geschehen nimmt einen richtig gefangen, man friert, bibbert, hofft und bangt mit den Protagonisten förmlich mit. Die fantastischen Bergpanoramen und die vermittelte Authenzität tun ihr übriges um "Nordwand" zu einem wirklich intensiven Bergsteigerdrama werden zu lassen. Okay, gegen Ende gibt es eine Storyidee die nicht unbedingt hätte sein müssen (betrifft Luise), aber das ist locker zu verschmerzen.
Wie gesagt, die Hintergrundstory hätte man besser umsetzen können, die Schauspieler agieren auch nicht unbedingt durchgehend auf höchstem Niveau, doch der wirklich entscheidende Teil des Films, also die Geschehnisse während der Klettertour an der Eiger Nordwand, sind einfach atemberaubend in Szene gesetzt worden. Daher kann ich den Film nur jedem empfehlen, mir hat er auf alle Fälle sehr gut gefallen!



"Willkommen bei den Sch'tis"

Ausländische Filme die spezifische Eigenheiten im Herkunftsland behandeln sind für uns oft nicht ganz so interessant. Wenn es sich dann zusätzlich um eine Komödie handelt die ihren Witz u.a. einem ungewöhnlichen Dialekt verdankt, wird's mit einer deutschen Synchronfassung richtig schwierig. "Willkommen bei den Sch'tis" schlägt sich diesbezüglich jedoch sehr wacker, man hat einfach eine eigene "Kunstsprache" erfunden, die dem Wortwitz des Originals wohl so nah kommt wie es halt geht. Darüber hinaus konnte man Christoph Maria Herbst für die Synchronarbeit verpflichten, der seine Sache ebenfalls ausgezeichnet macht. Trotz alledem muss ich sagen dass sich diese Dialekt-Sache durchaus irgendwann abgenutzt hat, man kann ja nicht ewig über sowas lachen. Zum Glück bietet der Film noch mehr, denn zentrales Thema sind Nord-Süd-Vorurteile. Der Postbeamte Philippe Abrams wird in den hohen Norden Frankreichs strafversetzt und allein die ganzen vollkommen übertriebenen Vorurteile die zu Beginn des Films durchgekaut werden sind einfach köstlich. Dass es natürlich lange nicht so schlimm ist und Abrams seine neue Arbeitsstätte ebenso wie die dortigen Bewohner nach und nach schätzen und lieben lernt, versteht sich bei solch einem Film von selbst.
Das ist alles wirklich nett inszeniert und punktet vor allem mit seinen grundsympathischen Darstellern (Kad Merad als Abrams ist echt klasse!) sowie den amüsanten Situationen, die aus dem Aufeinandertreffen von Nord und Süd entstehen. Neben meist eher auf Brachialhumor setzenden US-Komödien ist das mal eine erfrischende Abwechslung, auch wenn das Thema logischerweise bei den Franzosen deutlich besser rüberkommen wird - was sich an den sensationellen Besucherzahlen in den dortigen Kinos ja auch gezeigt hat. Musch man nist schehen, sadet aber auch nist. Allesch klar Zipfel, häää!

"Gibt's keine Möbel?"
"Na ja, Ihr Vorgänger hat schie mitgenommen, hä."
"Wie er hat die Möbel mitgenommen!?"
"Na er hat schie in 'n Busch gebracht."
"In welchen Busch?"
"Na in scheinen."
"Wie jetzt die Möbel in Scheinen!?"
"Die Möbel in scheinen Busch."
"Die Möbel im Busch? Was macht er mit den Möbeln im Busch? Die nimmt man doch nicht mit in den Urwald."
"Aber nein, nis in 'n Urwald, in 'n Busch. Na er hat schie eben mitgenommen."
"Urwald oder Busch ist dasselbe."
"Ach, finden Schie?"
"Es war ja wohl kein Fliederbusch."
"Nein."
"Na also, dann sind die Möbel jetzt im Urwald."
"Oh nein, ach wasch. Nein, die Möbel schin' im Busch."
"Meine Rede junger Mann."
"Is red vom Omnibusch."
"Alles klar, im Bus. Sehr gut, im Bus."
"Wohin schonst, schiser."




"Waltz with Bashir"

Es kommt durchaus vor dass ich Mittwochs Abends pünktlich zur Sneak schon ziemlich müde bin, doch dass ich nach etwa einer Stunde Film richtig wegdöse ist nicht gerade die Regel. Meine Benotung ist also mit Vorsicht zu genießen, da ich in der letzten halben Stunde in der Tat nicht alles mitbekommen habe. Macht mir persönlich nichts aus, ich fand "Waltz with Bashir" eh nicht so prickelnd. Dafür werde ich jetzt wahrscheinlich gesteinigt, weil es sich ja um ein wichtiges und anspruchsvolles Thema handelt, das hat man ja gefälligst gut zu bewerten. *hust* Der Film dreht sich um die schrecklichen Ereignisse im ersten Libanonkrieg Anfang der 80er Jahre bzw. um ehemalige Soldaten die ihre verdrängten Erinnerungen an diese Zeit wieder ans Tageslicht befördern.
Botschaft des ganzen: Krieg ist scheiße und wer bei diesem Mist mitmacht muss später die Quittung bezahlen. Soweit nichts neues, das zeigen uns auch aktuell der Irakkrieg sowie die teilweise arg traumatisierten, in die Heimat zurückkehrenden Soldaten (also die die nicht in einer Kiste liegen..). Über solche Dinge informiere ich mich gerne in Dokumentationen im Fernsehen, kein Thema. Aber als animierter Doku-Spielfilm im Kino?? Nein danke, das muss nicht sein. Zunächst mal gefällt mir der Animationsstil von "Waltz with Bashir" nicht sonderlich, auch wenn es einige recht beeindruckende Bilder zu sehen gibt. Viel gravierender stört aber der ganze Handlungsverlauf: Viel Gelaber wechselt sich mit realistischen und surrealen Erinnerungsfetzen ab, so geht das hin und her. Alles wirkt zusammengestückelt, sonderlich spannend ist das nicht. Ich hatte das Gefühl es geht mit dem Film überhaupt nicht voran bzw. hätte man diese Doku wie bereits erwähnt auch locker in eine halbe Stunde im TV-Programm unterbringen können. Ob "Waltz with Bashir" am Schluß nochmal ordentlich zulegt kann ich schlecht beurteilen, ehrlich gesagt ist's mir egal. Werd den Rest des Streifens höchstens mal im TV irgendwann nachholen. ^^


15.11.08 12:51
 


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