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Mein Kino-Monat - Dezember 2008

"Lakeview Terrace"

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Diesem Schiller-Zitat kann das junge Ehepaar Lisa und Chris wohl nur zustimmen, denn nach ihrem Umzug ins eigene kalifornische Traumhaus sehen sich die beiden den Schikanen ihres Nachbarn Abel ausgesetzt, der offensichtlich nichts für gemischtrassige Ehen (Lisa ist schwarz, Chris weiß) übrig hat.
Sonderlich spannend klingt das Thema Nachbarschaftsstreit ja nicht gerade, umso erfreulicher die Tatsache dass "Lakeview Terrace" trotz nur langsam anziehender Spannungsschraube vollkommen überzeugen kann. Das verdankt der Film in erster Linie dem grandiosen Spiel von Samuel L. Jackson, der als diabolisch grinsender, unberechenbarer "Psycho" einfach perfekt besetzt wurde und dem die ihm eigene, typische Coolness hier wieder sehr dienlich ist. Statt plumper Fieslings-Charakterisierung wird aber auch immer wieder ein Blick in die (verletzte) Seele von Abel geworfen, so dass seine Figur nie in Richtung Karikatur abdriftet, sondern eher noch bedrohlicher wirkt. Allein der "Scherz" mit dem er sich bei Chris vorstellt (er hält ihm eine Waffe an den Kopf!) ist einfach super gewählt, man merkt als Zuschauer sofort dass der Typ nicht alle Tassen im Schrank hat. Im Folgenden schaukeln sich die Anfeindungen zwischen Abel und Chris+Lisa immer weiter hoch, vermeintliche Kleinigkeiten wie verbale Andeutungen oder ungünstig positionierte Haus-Scheinwerfer sind da nur der Anfang und am Ende eskaliert die Situation natürlich. Begleitet wird die Handlung von einem sich nähernden Waldbrand, dem man zunächst kaum Beachtung schenken mag und der pünktlich zum Showdown die ganze Wohnsiedlung bedroht. Das i-Tüpfelchen dieses Thrillerdramas ist die Tatsache dass Abel ein Gesetzeshüter und Familienvater ist, vor allem sein Beruf macht Chris nahezu machtlos was die Provokationen von Abel angeht - denn wen soll er wohl um Hilfe rufen wenn sein Nachbar ein angesehener Cop ist? Die Mischung aus Hilflosigkeit, ein Stück weit Verzweiflung und dem festen Willen vor Abel nicht klein beizugeben wird von Darsteller Patrick Wilson sehr schön rübergebracht, dagegen bleibt Kerry Washington als seine Ehefrau ein wenig blass. Wobei: Neben Samuel L. Jackson hat hier eh kaum jemand eine Chance besonders hervorzustechen, dazu spielt Mister Pulp Fiction einfach zu überzeugend. Alleine ER ist den Kinobesuch schon wert gewesen, aber auch von Jackson abgesehen kann ich "Lakeview Terrace" jedem nur empfehlen!



"Little Paris"

Holy Shit, hier haben wir mal wieder einen echt miesen deutschen Film vor uns. Dabei meinen es die Macher sicher gut - nur WENN man schon die uralte Geschichte hervorkramt, wie ein perspektivloses Mädchen vom Lande den Aufbruch in ihr Traumleben als Tänzerin in der Großstadt schafft, dann doch bitte auch irgendwie originell erzählt! Oder wenigstens spannend.. oder vielleicht lustig!? Völlig egal, aber ganz sicher nicht so öde und klischeebeladen wie in "Little Paris". Die Story lockt niemanden hinter'm Ofen hervor, die zum einschlafen langweiligen Dialoge noch weniger und die platten Charaktere lassen mich jetzt noch erschaudern. Hauptfigur Luna schafft es nicht auch nur einen Funken Identifikationspotenzial beim Zuschauer zu entfachen, für den lächerlichen Draufgänger "G" gilt das gleich doppelt. Einzig die ein oder andere Tanzszene ist ganz nett gemacht und vor allem in den Nebensträngen der Story - ich denke da an "Barbie" oder den drogensüchtigen Ron - gibt's schonmal recht amüsante Szenen zu sehen. Doch das vermag "Little Paris" nicht zu retten, der Film ist schlicht und ergreifend für die Tonne!



"Der Tag, an dem die Erde stillstand"

Also dieser Film ist echt ein Phänomen. Die Thematik mit den außerirdischen Sphären die auf der Erde landen und dem Alien Klaatu der überzeugt werden muss dass die Menschheit nicht vernichtet werden sollte, ist im Prinzip genau mein Ding. "Der Tag, an dem die Erde stillstand" macht zunächst auch richtig Laune, baut eine schöne Atmosphäre und vor allem Interesse beim Zuschauer auf - was soll da noch schief gehen? Oooh, leider so einiges, denn so vielversprechend der Film auch beginnt, am Ende war ich extrem enttäuscht. Man könnte meinen dass jemand vergessen hat einen kompletten Akt an die Filmrolle zu kleben, es wirkt tatsächlich so als würde da was fehlen. Ging den Machern die Zeit aus oder das Geld? Vielleicht sogar die Lust? Ich weiß es nicht, jedenfalls werden all die guten Zutaten am Ende kaum bis gar nicht für ein packendes Finale genutzt. Die Sphären? Sind halt da, aussteigen tut eh keiner außer Keanu Reeves (der ideal besetzt wurde weil er als "E.T." keine große Mimik zeigen muss *g*). Klaatu? Aus der Figur wird kaum was gemacht. Sein Beschützer-Roboter? Außer ein paar kleinen Szenen völlig unbedeutend. Zumindest bis er sich in den "Insektenschwarm" verwandelt, welcher dann mal schön wüten kann (genau, kennt man aus dem Trailer). Das schaut zumindest ganz brauchbar aus, muss ich ja sagen. Jennifer Connelly schrammt mit ihren "Wir können uns ändern!!"-Sprüchen knapp am Nervfaktor vorbei, Jaden Smith als ihr Sohn.. naja, er kann halt knuffig dreinschauen und das war's. Die Rollen von John Cleese und Kathy Bates wurden ziemlich verschenkt, der Film hätte auch ohne die beiden genauso funktioniert.
Wie gesagt, das Thema mag ich. Der Beginn ist vielversprechend und der Streifen macht zunächst echt Spaß. Die Effekte können sich ebenfalls sehen lassen. ABER: Die "Auflösung" enttäuscht auf ganzer Linie und reißt den Film merklich runter, unter'm Strich wirkt dann alles seltsam belanglos und halbgar ausgearbeitet. Das habe ich in dieser Form soweit ich mich erinnern kann noch nicht erlebt. Unheimlich schade, den "Tag an dem die Erde stillstand" kann man sich zwar durchaus ansehen, allerdings hätte das Machwerk deutlich mehr verdient als einen Platz im unteren Mittelfeld der Bewertungsskala. Dumm gelaufen, noa.



"Fightgirl Ayse"

Aus der Reihe "Wie fördere ich garantiert NICHT das Verständnis für die türkische Kultur" sehen Sie heute..
So ungefähr kann man durchaus beginnen, denn neben dem Thema Kampfsport geht es auch bzw. vor allem um die Probleme, die Protagonistin Ayse dabei hat, dem strengen Traditionsbewusstsein ihrer Familie zu entfliehen. Da wird dann versucht sie unbedingt mit einem Türken zu verheiraten, da wird ihr verboten Kung Fu zu trainieren, da wird viel von Ehre gelabert und welche Schande Ayse über die Familie bringt, da wird sie auch mal völlig grundlos als Hure betitelt weil sie mit einem Mann kämpft (fragt nicht, Logik ist hier fehl am Platze..) oder es wird ein werdender Vater brutal zusammengeschlagen vom Bruder (plus Gefolge) der Geschwängerten. Anders ausgedrückt: Der Großteil der türkischen Figuren wird hier als dämlich-konservativ und hirnlos dargestellt. Wow, was für eine Leistung liebe Filmemacher! Es tut mir leid um die teils guten Darsteller und die sehenswerten Kampfszenen, aber mir ging dieses strunzdumme Verhalten von Ayses Familie und auch anderen Figuren dermaßen auf den Sack, ich war froh als der Film endlich vorbei war. Erschreckt hat mich dann dass mein Sneak-Kumpel mir bestätigen konnte dass es solche mit unsinnigen Moralvorstellungen und bekloppten Traditionen vernebelten Typen wirklich noch gibt. Er hat es selbst erlebt. Dass dies HOFFENTLICH auf den Großteil der türkischen Familien NICHT zutrifft, davon gehe ich einfach mal aus. Wäre ja ansonsten irgendwie gruselig..
Wie dem auch sei, mir hat "Fightgirl Ayse" auf jeden Fall nicht gefallen, trotz wirklich interessanter Aspekte und wie gesagt guter Darsteller. Gerade der hohe Nervfaktor wegen diesem ganzen Ehre/Schande-Gedöns sorgt dann allerdings für mächtig Punktabzug!


11.1.09 20:40
 


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