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Until man exists no more...





Kurzinhalt:
Katherine Thorn bekommt ein Kind, welches aber leider bei der Geburt stirbt. Ihr Mann Robert, ein hochrangiger Diplomat, lässt sich auf einen Deal ein und "adoptiert" kurzerhand das am gleichen Tag geborene Baby einer Mutter, die ihrerseits gestorben ist. Katherine erfährt davon jedoch nichts und denkt, "ihr" Baby sei gesund und munter. Klar soweit? Fünf Jahre später ist Robert zum US-Botschafter in London aufgestiegen und bewohnt dort mit Katherine und dem kleinen Damien ein prachtvolles Anwesen. Doch die Idylle hält nicht an, plötzlich geschehen merkwürdige Dinge sowie schockierende Todesfälle und langsam aber sicher deutet alles darauf hin dass mit Damien etwas nicht stimmt. Ob Robert und Katherine rechtzeitig erkennen, welchen kleinen Satansbraten (im wahrsten Sinne des Wortes) sie da eigentlich groß ziehen? Die Zeit läuft ihnen jedenfalls davon...

Meine Meinung:

Ich gebe zu, über den Sinn von Neufassungen, gerade wenn sie sich nahezu exakt am Original bewegen, lässt sich streiten. Um einer neuen Generation von Kinogängern interessante Thematiken oder richtige Klassiker näherzubringen sind Film-Remakes allerdings ein probates Mittel - denn es ist nun einmal so dass sich viele junge Menschen mit "alten Schinken" nicht so anfreunden können. Ich selbst schaue mir ja z.B. alte s/w-Streifen auch nicht an, viele Machwerke aus den 70ern sind ebenfalls grenzwertig für mich. *g* Wirkt halt etwas eigenartig heutzutage, die Kleidung, die Sprache, die Musikuntermalung, die Special Effects etc. etc. Auf der anderen Seite machen Remakes oft auch neugierig auf das Original, was ja dann ein positiver Nebeneffekt ist. Ich hätte jetzt auch prompt Lust mir die Omen-Filme alle nochmal anzusehen, ist nämlich bei mir Eeewigkeiten her - darum gibt's von mir keinen Vergleich an dieser Stelle. Ich kann mich an die '76er-Version echt nicht mehr erinnern. ^^

Wie dem auch sei, kommen wir endlich zum Film. Die Geschichte um den Anti-Christen, der durch eintretende Prophezeiungen angekündigt wird und Tot und Verderben über die Menschheit bringen soll, beginnt hier zunächst eher lächerlich. Man hat sich nämlich scheinbar gedacht es müsse unbedingt auf Biegen und Brechen ein Bezug zu unserer jetzigen Zeit hergestellt werden, weshalb z.B. die Anschläge des 11. September mit in die Geschehnisse eingebunden werden - das war nämlich dann eines der Zeichen, die die Ankunft des Anti-Christen ankündigen. Ja nee, is klar. Die komplette Eingangs-Szene der Versammlung rund um den Papst hätte man sich getrost sparen können, sie wirkt deplatziert und völlig unnötig. Gut dass dieser Quatsch gleich zu Beginn gezeigt wird und der Rest des Films deutlich besser gelungen ist. Richtig ins Rollen geraten die Ereignisse (und der Film) mit Damiens fünftem Geburtstag, während dessen Feier sich seine Nanny auf grausame Art das Leben nimmt. Im folgenden konzentriert sich die Handlung vor allem auf Robert Thorn, der durch einen Priester und einen Fotographen langsam von der Bösartigkeit Damiens überzeugt werden kann, und der sich auf die Suche nach Antworten begibt. Auf der anderen Seite ist da seine Frau Katherine, die zuerst bemerkt dass mit "ihrem" Sohn etwas nicht stimmt und die schon bald um ihr Leben bangen muss. Nicht zu vergessen das neue Kindermädchen, Mrs. Baylock, die sich erstaunlich gut mit Damien verträgt und diesem sozusagen treu zur Seite steht.

"Das Omen" widersetzt sich dem beliebten Horror-Trend, einfach durch derbe Splatter-Einlagen, schwarzen Humor und den Einsatz weichgespülter Teenie-Darsteller (welche möglichst viel nackte Haut zeigen) kurzweilige Unterhaltung ohne Anspruch zu servieren. Nein, Regisseur John Moore, der uns schon das "Flug des Phoenix"-Remake beschert hat, setzt vielmehr auf das schleichende Grauen, auf einen ordentlichen Spannungsbogen und eine merklich altmodische Art des Horrors - wobei das in diesem Fall als Kompliment zu verstehen ist. Es gelingt dem Film nämlich, eine wirklich bedrückende Atmosphäre aufzubauen, wenn diese auch zugegebenermaßen ein paar kleine Längen im Mittelteil nicht völlig zu kaschieren weiß. Meiner Meinung nach hätte man noch mehr Schreckmomente einbauen können (die vorhandenen sind etwas unoriginell wenn ich ehrlich bin, trotzdem jedoch recht wirksam!) und etwas mehr Grusel hätte es ebenfalls sein dürfen. Sei's drum, im Großen und Ganzen kann die erzeugte Atmosphäre des Films absolut überzeugen und die wenigen, dafür ziemlich explizit dargestellten und im Stile von "Final Destination" eingeleiteten Todesszenen sind dafür eine prima Ergänzung. Sie werden wohlgemerkt nicht in den Mittelpunkt gerückt, sind aber verdammt gut inszeniert.

Darstellerisch gibt es in meinen Augen (fast) nichts zu meckern. Liev Schreiber ist wie geschaffen für die Rolle des etwas emotionslos wirkenden, skeptischen Diplomaten, Julia Stiles sehe ich immer wieder gern und sie weiß auch hier zu überzeugen. Ob es an ihr oder einfach der packenden Inszenierung liegt, dass ich in der Krankenhaus-Szene wahrlich mit ihr mitgelitten habe.. keine Ahnung. In beiden Fällen ist's ein Zeichen das absolut FÜR den Film spricht, noa. Mia Farrow als fiese Nanny fand ich sehr geil, Pete Postlethwaite als Priester ebenfalls top besetzt. Damien-Darsteller Seamus Davey-Fitzpatrick macht seine Sache im Prinzip auch hervorragend (man muß ja immer das junge Alter bedenken!), nur ab und an kam er mir irgendwie zu goldig rüber, auch sein böser Blick ist irgendwie niedlich. Etwas ungünstig wenn man den Anti-Christen verkörpern soll, aber es sind ja zum Glück nur wenige Szenen in denen das so rüberkommt.

Fazit:
"Das Omen" ist, wenn man das Original jetzt mal außer acht lässt, ein wirklich spannender Horror-Thriller geworden. Auf angenehm altmodische Art und Weise erleben wir die gruseligen Aktivitäten des kleinen Damien, der nicht nur für seine Eltern eine große Gefahr darstellt. Darstellerisch auf der Höhe, mit ein paar ordentlichen Todesszenen garniert, weiß der Film vor allem durch seine bedrückende Atmosphäre und reichlich Suspense zu überzeugen. Nicht nur aufgrund einiger kleiner Durchhänger muss ich allerdings gestehen dass einfach mehr drin gewesen wäre - vielleicht kommt ja noch ein zweiter Teil, der dann evtl. noch eine Schippe drauflegt. Wir werden sehen.


P.S. Ein paar Szenen haben so sehr an "Stephen King's Shining" erinnert, da musste ich dann doch schmunzeln. ^^

P.P.S. Natürlich habe ich mir "Das Omen" stilecht am 6.6.06 angesehen, versteht sich von selbst.
10.6.06 15:37
 


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