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Yo ho, yo ho, a pirate's life for me...





Kurzinhalt:
Elizabeth und Will stehen kurz davor zu heiraten, da werden sie von dem schmierigen Lord Beckett verhaftet und des Hochverrats bezichtigt. Einzige Möglichkeit der Todesstrafe zu entgehen: Will muss CAPTAIN Jack Sparrows Kompass besorgen, der seinem Besitzer offensichtlich nicht nur den Weg zur Isla de Muerta weist. Jack hat derweil ganz andere Sorgen, denn der gefürchtete Davy Jones und seine Crew von Verdammten sind hinter ihm her und fordern seine Seele ein. Tja, der feine Herr Sparrow ist eben ein gezeichneter Mann, klar soweit? ^^

Meine Meinung:

Wenn ein Film dermaßen erfolgreich läuft wie der erste "Fluch der Karibik", dann ist eine Fortsetzung nicht weit - oder in diesem Fall gleich zwei Fortsetzungen. Wie schon bei "Matrix" oder "Zurück in die Zukunft" wurden die Teile 2 und 3 nämlich in einem Rutsch gedreht, das spart schließlich Kosten. An meiner Note seht Ihr schon dass mich "Dead Man's Chest" nicht annähernd so begeistern konnte wie sein toller Vorgänger, dem ich direkt nach dem Kinobesuch eine 1- gegeben habe und der heute, nach unzähligen DVD-Sichtungen, nochmal deutlich in meiner Gunst gestiegen ist... was ja fast schon kaum noch möglich erscheint.

Aber zurück zum Sequel, das wie üblich dem RHP-Motto "Höha, schnella, weita" folgt, was heißen soll: Mehr Action, mehr Special Effects, mehr Bombast, mehr Verwirrung (*fg*), mehr von allem. Natürlich auch mehr Jack Sparrow, eine Figur die zuerst skeptisch betrachtet wurde und bei den Zuschauern schnell zu einer Kultfigur wurde. Und diesbezüglich geht das Konzept auch durchaus auf: Die Actionszenen sind super inszeniert (allein der Kampf im Mühlenrad), Jack Sparrow sorgt wieder für jede Menge Lacher und optisch werden unsere Augen durch stimmige, teils beeindruckende Locations sowie tadellose Effekte verwöhnt - die Crew rund um Davy Jones und der Kraken sehen schon ziemlich klasse aus!

Leider geht das Konzept der Macher trotz aller Vorzüge des Films nur bedingt auf, denn erstens erreicht "Fluch der Karibik II" eindeutig nicht den Spaß-Faktor und die lockere Atmosphäre die den ersten Teil so einzigartig macht, und zweitens wirkt der Film seltsam überladen, langatmig und nicht immer verständlich. Oft fragt man sich worum es eigentlich gerade geht, welches Ziel die Figuren überhaupt verfolgen und wer jetzt warum wo was macht. Wichtige Erklärungen fehlen bzw. werden zu rasch abgehandelt, dafür wurden auf der anderen Seite unwichtige Elemente eingefügt - wozu nebenbei bemerkt die völlig missratene Begegnung zwischen Will und seinem Vater Stiefelriemen Bill zählt. Hätte man definitiv weglassen können. Jedenfalls führt all das nicht gerade dazu dass man wirklich mitgerissen wird und ich mag es kaum aussprechen.. ähm, ausschreiben: Zwischendurch kam fast schon ein bisschen Langeweile auf. :/

Mit das größte Problem des Streifens hängt offenbar direkt mit Teil 3 zusammen, denn anstatt jeder Fortsetzung eine eigenständige und in sich abgeschlossene Geschichte zu spendieren, macht man den selben Fehler wie schon bei "Matrix" und lässt Teil 2 am Ende erscheinen wie eine pure Heranführung an das nächste Sequel. Soll heißen: Die Story endet mittendrin, viele Fragen der eh schon leicht verworrenen Handlungselemente bleiben unbeantwortet und der Schluß des Films bietet einen dicken fetten Cliffhanger. Zwangsläufig entsteht der Eindruck dass man keinen vollständigen Film gesehen hat, was sehr schade ist. Zweieinhalb Stunden Laufzeit sollten doch wirklich ausreichen um eine KOMPLETTE Geschichte zu erzählen, oder?

Nun ja, ich bin gespannt wie es nächstes Jahr in Teil 3 weitergeht und ob man vielleicht wieder zu alten Tugenden zurückfindet. Was ich mir wünsche ist eine überschaubare Handlung, dann klappt's auch wieder besser mit der Dramaturgie. Für einen kurzweiligen, spaßigen Filmtrip reicht es natürlich einfach einige Action- und Slapstick-Szenen aneinanderzureihen, doch für ein richtiges Highlight ist das definitiv zu wenig. So erfreut man auch über das Wiedersehen mit CAPTAIN Jack Sparrow ist, der ja auf jeden Fall wieder hervorragend von Johnny Depp verkörpert wird.

Damit kurz zu den Darstellern und Rollen: Johnny Depp ist und bleibt über jeden Zweifel erhaben, ganz klar. Dafür hatte ich den Eindruck dass Orlando Bloom und Keira Knightley diesmal ziemlich verblassen und mit dem Rest des Cast (außer Depp) zum reinen Spielball der verschiedenen Handlungsstationen werden. Neuzugang Bill Nighy ist zwar hinter der Maske des Tentakel-Gesichts Davy Jones fast nicht zu erkennen, seine Figur wird aber durchaus imposant und auch Respekt einflößend in Szene gesetzt. Kein Vergleich zu Barbossa, aber ich fand's okay. Über Stellan Skarsgård als Stiefelriemen Bill hülle ich besser den Mantel des Schweigens, überzeugender kommt da schon Naomie Harris als Voodoo-Lady im Sumpf daher (hach, das erinnerte so sehr an "Monkey Island".. ^^) - wobei ihre Rolle ziemlich klein gehalten ist. Alles in allem sticht, ich kann mich nur wiederholen, einzig und allein Johnny Depp hervor und kann in dieser überladenen Actionkomödie deutlich positive Akzente setzen.

Zu guter letzt nochmal zur Verdeutlichung einige Punkte, welche mir teils mehr und teils weniger unverständlich in Erinnerung geblieben sind: Schon die Erklärung warum genau Jack seine Seele Davy Jones schuldet hab ich nicht wirklich verstanden - für 10 Jahre Captain der Black Pearl!? Häh? Und wieso besteht die Mannschaft aus Mensch/Fisch-Wesen?? Wie war das noch, warum ist Norrington zum saufenden Penner verkommen und warum ist der Schatz der Isla de Muerta futsch (wurde glaub ich mal in einem Nebensatz erwähnt!?)??? Wer kam auf die völlig bescheuerte Idee mit Jacks Kompass (okay, dass er zu Barbossas Höhle zeigt kann ich ja noch akzeptieren, dass er nun plötzlich zu allem zeigt was man sich am meisten wünscht ist eine dermaßen weit hergeholte Storyidee...)? Was sollte der Quatsch mit dem Behälter voll Dreck, der gar nichts gebracht hat?? Ach ja, und wieso versucht Jack, um seine Seele zu retten, Will an seiner Stelle zu "opfern" - seinen Freund? Er konnte nun wirklich nicht davon ausgehen dass er Jones' Herz tatsächlich bekommt und alles nach Plan verläuft. Ziemlich miese Aktion von ihm, macht ihn sogar für einen Moment etwas unsympathisch (was im ersten Teil nie der Fall war). Das sind jetzt mal so die Punkte die mir einfallen, gerne darf jetzt ein Verteidiger des Films kommen und mir nacheinander alles erklären - was aber an meinem Eindruck vom Film nicht viel ändern wird.

Trotz aller Meckerei möchte ich noch einmal betonen dass "Fluch der Karibik II" KEIN schlechter Film ist - die negativen Punkte lassen sich nur besser ausführen. *g* Unter'm Strich freut man sich ja über das Wiedersehen mit liebgewonnenen Charakteren, allen voran Mister Sparrow, dem größten Pirat aller Zeiten. Und die zahlreichen actionreichen Szenen sowie die größtenteils gelungenen Slapstick-Einlagen und witzigen Dialoge sind schon klasse gemacht - wobei es zu vermerken gilt dass die Reaktion des Publikums im ausverkauften Kinosaal (ergo waren es 388 Leute inklusive mir ^^) eher verhalten ausfiel und die meiste Begeisterung bei Anspielungen auf den ersten Teil aufkam... und das spricht dann wieder Bände, klar soweit?

Fazit:
Eine Fortsetzung zum tollen "Fluch der Karibik" ist natürlich ein schweres Unterfangen, trotzdem hätte ich mir mehr gewünscht als eine teilweise verwirrende, überladen wirkende Story, die nicht wirklich zu einem Ende geführt wird und die den Charakteren - Jack Sparrow ausgenommen - keinerlei Raum zur Entfaltung bietet. Tolle Action und optisch sehr gelungene Special Effects hat "Dead Man's Chest" ebenso auf der Habenseite zu verbuchen wie zahlreiche gelungene Gags und ein wieder einmal in Topform agierender Johnny Depp - dem ein oder anderen mag das schon genügen. Mir nicht so ganz, daher der saftige Punktabzug im Vergleich zum Vorgänger. Im ersten Teil passte einfach alles zusammen, hier wurde eher alles zusammengeflickt. Schade, da wäre durchaus mehr drin gewesen. Aber vielleicht ist auch der direkt im Anschluß gedrehte dritte Teil Schuld, denn ohne abgeschlossene Handlung hinterlässt "Fluch der Karibik II" einen zwiespältigen Eindruck. Möglicherweise könnte ich meine Wertung später - nach erneuter Sichtung auf DVD und/oder im Zusammenspiel mit dem zweiten Sequel - etwas nach oben korrigieren. Bei "Matrix II" war ja sogar das Gegenteil der Fall und ich habe den Film später noch abgewertet. Dies möchte ich für "Fluch der Karibik II" nicht hoffen, allerdings steht für mich fest: Teil 1 ist und bleibt das Nonplusultra des modernen Piratenfilms. Punkt.

P.S. Ach ja, den Score von Hans Zimmer fand ich diesmal eindeutig weniger überzeugend als im ersten Teil!

P.P.S. Wie schon so oft musste ich im Kino eine Pause ertragen () und wenn man jetzt später "Fluch der Karibik" 2+3 als EINEN großen Film betrachtet, dann könnte das auf drei Unterbrechungen hinauslaufen - zwei Pausen während der Filme und eine verdammt lange zwischen den Teilen selbst. Ganz schön heftig, oder?

P.P.P.S. Natürlich sind für den ahnungslosen Fan wieder verschiedene Videospiele zum Film erschienen, vor denen man nur warnen kann: "Fluch der Karibik - Die Legende des Jack Sparrow" (PS2) wurde in Maniac und Gamepro mit 58% / 65% Spielspaß bewertet. "Fluch der Karibik II" bekam in der Maniac 68% (GBA), 52% (DS) und 46% (PSP). Wie Ihr seht, typische Lizenzspiel-Gurken vom Fließband, die kein Mensch braucht.
7.8.06 23:58
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Babe Babs / Website (8.8.06 10:42)
Hi Cobri,
ich habe Deine schöne Kritik schon angemessen auf kino.de gewürdigt. Wir sehen den Film ähnlich. Ich hatte die Erwartungen ja schon im Vorfeld leicht gedämpft. Von daher war es in Ordnung, oder?

Herzlichst Babe Babs


Tiuri / Website (24.8.06 00:45)
@Babe:
Na ja, ich glaube ich hatte schon gewisse Erwartungen und wurde enttäuscht. Bei dem tollen Erstling aber auch kein Wunder... :/
Wie auch immer, Hauptsache wir sind uns einig was FdK2 angeht, damit haben wir einen Ehekrach abgewendet, was?
                                                                                                                        

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