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Es war einmal...





Kurzinhalt:
Cleveland Heep, Hausmeister einer großen Wohnanlage, wird eines Tages von einer jungen Dame namens Story vor'm Ertrinken im hauseigenen Pool gerettet. Nach und nach findet Heep heraus was es mit dem Mädchen auf sich hat: Sie ist eine Narf, kommt aus der "blauen Welt" und sucht Kontakt zu einem bestimmten Menschen, dem sie helfen soll eine Entwicklung in Gang zu setzen, die weitreichende Auswirkungen auf die Menschheit haben wird. Doch um Story in ihre Welt zurückzugeleiten sind viele Helfer nötig, die sich vor allem vor den bösartigen Scrunts - hyänenähnliche Wesen - in Acht nehmen müssen...

Meine Meinung:

Ach je, der arme M. Night Shyamalan hat's nicht leicht. Jeden seiner Filme begleiten ziemlich große und meist auch sehr bestimmte Erwartungshaltungen der Zuschauer, kein Wunder dass seine Werke (nach "The Sixth Sense") stets zwiespältige Meinungen nach sich zogen. Bei seinem neuesten Streifen ist das nicht viel anders und wieder einmal liegt die Wahrheit wohl irgendwo ZWISCHEN den Extremen. Mir persönlich hat "Das Mädchen aus dem Wasser" ganz gut gefallen, trotzdem ist der Film nicht viel besser als der ebenfalls nicht fehlerfreie "The Village" - tut mir leid dass ich daher mal wieder eine "3" vergeben habe. ^^

Shyamalan präsentiert uns hier tatsächlich eine ausgedehnte Gutenachtgeschichte und diese wird recht schlicht und ruhig erzählt. Nach dem stimmungsvollen Beginn muss man sich erstmal an die einfache Location mit den einfachen Menschen gewöhnen, wobei gerade letztere sich schnell als größter Pluspunkt des Films herausstellen. Die vielen verschiedenen Bewohner des Mietkomplexes - so unspektakulär sie zunächst wirken - sorgen immer wieder für äußerst amüsante Szenen und sind für meine Begriffe sehr clever zusammengestellt. Allen voran die beiden Asiatinnen, die eine wichtige Informationsquelle für Heep darstellen, weil sie die Geschichte um Story kennen. Köstlich wie Heep immer bei der grummeligen Mrs. Choi vorstellig wird. Oder Reggie der halbseitige Bodybuilder, die Kiffer-Truppe, der Typ der die Kreuzworträtsel löst u.s.w. u.s.w. Besonders gelungen ist Shyamalan die Figur des Mr. Farber, ein zynischer und verbitterter Filmkritiker, der mit seinen Zitaten der Genre-Gesetze ganz böse auf die Nase fällt - köstlich!

Typisch für den Regisseur sind ja bekanntlich überraschende Wendungen, die werden hier eher sparsam eingesetzt und beziehen sich vor allem auf die Rollenverteilung der Bewohner. Denn laut der Gutenachtgeschichte gibt es verschiedene Personen (den Heiler, die Gilde, den Wächter etc.), die Story helfen können wieder nach Hause zu kommen. Doch wer nun in welche Rolle PASST ist nicht immer so klar ersichtlich wie es scheint. Mir hat es Spaß gemacht den wie üblich grandios spielenden Paul Giamatti als Cleveland Heep bei seinen Bemühungen zu beobachten, die einzelnen Puzzleteile der Geschichte korrekt zusammenzufügen. Der Rest des Cast wurde glücklicherweise auch sehr passend ausgewählt - selbst Shyamalan spielt seine diesmal etwas umfangreichere Rolle recht ordentlich. Trotzdem sollte er sich vielleicht besser auf die Regiearbeit beschränken, aber das nur nebenbei.

Problematisch an "Lady in the Water" ist in meinen Augen die größtenteils fehlende Spannung, außerdem fehlt mir bei diesem Mystery-Märchen so ein bisschen der Zauber. Wenn wenigstens Story etwas Magie ausstrahlen würde, dann wäre vielleicht auch die Tatsache glaubhafter dass sich hier praktisch jeder Bewohner ungefragt auf die oft hanebüchen klingende Geschichte einlässt. Aber leider fand ich Bryce Dallas Howard dieses mal im Gegensatz zu "The Village" wenig überzeugend, wobei ich denke dass die Figur einfach so langweilig "normal" angelegt war. Ein Fehler wie ich finde, denn das passt natürlich vortrefflich auf die Bewohner des Hauses, nicht jedoch auf das Mädchen aus der "blauen Welt". Und man verschenkt blöderweise die Chance eine packende Atmosphäre und damit Spannung aufzubauen. Auch nicht gerade der große Wurf ist meiner Meinung nach das überraschungsarme Ende geworden, bei dem ich mir - nicht nur weil's ein Shyamalan-Streifen ist - wirklich noch einen Aha-Effekt gewünscht hätte.

Fazit:
Was bleibt ist ein etwas "unterkühltes" Märchen, das dank amüsanter Charaktere und wechselnder Rollenverteilung die meiste Zeit Spaß macht und dessen Geschichte durchaus interessant rüberkommt. Schön wie Shyamalan hier den normalen Hausbewohnern ihre besondere Bestimmung in der Gutenachtgeschichte aufzeigt, sehr schön natürlich vor allem Giamatti in der Hauptrolle. Etwas mehr Spannung, etwas mehr Magie hätte es allerdings einfach gebraucht um "Das Mädchen aus dem Wasser" zu einem besonderen Filmerlebnis zu machen - in diesem Punkt bin ich durchaus leicht enttäuscht worden. Nichtsdestotrotz können wir froh sein dass es noch mutige Filmemacher wie M. Night Shyamalan gibt, die ihre fantastischen Ideen umsetzen und sich dabei wohltuend vom üblichen Mainstream abheben. Und wenn es dafür mal einen Studiowechsel von Disney zu Warner braucht - warum nicht.


P.S. Am besten hat mir die Szene mit dem Jungen gefallen, der aus den Cornflakes-Packungen deutet. Eigentlich lächerlich, kommt's hier irgendwie total klasse rüber. ^^
9.9.06 11:49
 


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