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Mein Kino-Monat - Februar 2009

Schande über mich, wir haben Mai und ich hänge mit dieser Rubrik noch im Februar - ich gebe zu ich hab's etwas schleifen lassen.. ^^ Werde mich bemühen März und April schnell nachzuholen!

Aber zunächst noch ein paar Zeilen zur Oscarverleihung, bei der ich in diesem Jahr mit meinen Tips so gut abgeschnitten habe wie wohl noch nie. 16 Treffer gingen diesmal auf mein Konto, der Stefan - mit dem ich die Show traditionell jedes Jahr live auf PRO7 verfolge - kam dagegen "nur" auf 10 Treffer. HIER könnt Ihr sehen wer die berühmten Academy Awards eingesackt hat (Kreuzchen) und natürlich auch welche Tips meine Wenigkeit vor der Verleihung abgegeben hat (Ausrufezeichen). Die Oscar-Show selbst hat mir gut gefallen, auch wenn mir der neue Moderator Hugh Jackman etwas zu sehr auf Musicaleinlagen gesetzt hat (Ihr wisst ja, das ist nicht mein Ding). Highlight war die Bekanntgabe des Gewinners des Kurzfilm-Oscars, welcher an "Spielzeugland" ging - allerdings hätte James Franco noch ein wenig an der Aussprache des deutschen Titels feilen sollen.. hehe.. sehr lustig! Ansonsten hat Sean Penn die meiner Meinung nach schönste Dankesrede gehalten, auf jeden Fall konnte er damit ordentlich Sympathiepunkte scheffeln. Bei der Vorberichterstattung erstaunten und erfreuten mich die vielen deutschen Gesichter auf dem roten Teppich - da waren z.B. Moritz Bleibtreu, David Kross, Heidi Klum UND sogar Michael Herbig vertreten. Fein fein. Oh und den ollen Elmar Biebl (dieser Dummschwätzer) hat PRO7 zum Glück nur ganz kurz zu Wort kommen lassen. ^^

Das Problem ist ja jedes Jahr das gleiche: Ich versuche natürlich VOR der Oscar-Verleihung soviele nominierte Filme wie möglich zu sehen (zumindest die mehrfach nominierten), was allerdings oft daran scheitert dass die Filme einen zu späten Starttermin haben oder aber bei uns im Cinestar gar nicht erst anlaufen (logisch, bei uns laufen eher die letzten Drecksstreifen oder wöchentlich ein anderer dämlicher türk. Film im OmU). Wie Ihr unten sehen könnt hat's zum Glück mit "Benjamin Button", "Bolt" und "Frost/Nixon" rechtzeitig geklappt (sowie im Januar "Der fremde Sohn" und "Zeiten des Aufruhrs"). Andere Nominierte waren eh schon längst als gesehen abgehakt ("Dark Knight", "Wall-E", "Hellboy II", "Iron Man" etc.). Sehr bedauerlich, dass ich bei ein paar der wichtigen Filme keine Chance hatte diese (rechtzeitig) im Kino zu sehen. Ergo blieb mir keine andere Wahl als sie mir anderweitig zu besorgen (*hüstel*).. Zu "Slumdog Millionär" gibt's nächstes Mal genauere Infos, "Milk" war ganz okay (zumindest besser und wichtiger als der doofe "Brokeback Mountain") und "Der Vorleser" ist ebenfalls annehmbar (hat zum Glück den Kate-Winslet-Bonus und Nacktszenen von David Kross.. *gg*).

So, nun aber zu den Kinofilmen vom Februar:


"Der seltsame Fall des Benjamin Button"

Satte 13 Oscar-Nominierungen? Keine Frage, den Film musste ich mir unbedingt im Kino ansehen. Die Grundlage ist so skurril wie faszinierend: Benjamin Button wird als etwa 80-jähriger Greis geboren und mit den Jahren immer jünger, bis er schließlich als kleines Baby stirbt - ein umgekehrter Alterungsprozess sozusagen. Frei nach einer Kurzgeschichte klappert man nun in über zweieinhalb Stunden die Stationen von Benjamins Leben ab und darf sich dabei an der modernen Masken- und Tricktechnik laben, die für eine realisitsch wirkende Umsetzung der ungewöhnlichen Idee unabdingbar ist.
Den "Seltsamen Fall des Benjamin Button" zu bewerten war wirklich nicht leicht, direkt nach dem Kinobesuch war ich eigentlich recht zufrieden, hätte höchstens die zu lange Laufzeit bemängelt und eine "3" gezückt. Doch bei näherer Betrachtung bleibt weiterer Punktabzug einfach nicht aus. Klar ist: Tricktechnik, Ausstattung, Maske, Schauspiel und Inszenierung sind einwandfrei gelungen. Die Lebensgeschichte von Button bietet die üblichen, mal mehr und mal weniger interessanten Episoden - doch etwas entscheidendes fehlt: Echte Highlights. So - oberflächlich betrachtet - perfekt die Geschichte auch umgesetzt ist, MIR persönlich wird bloß das "Gimmick" um Buttons Jüngerwerden in Erinnerung bleiben. Denn so langgezogen alles auch erzählt wird, hat der Film leider nicht allzu viel zu sagen und was noch schlimmer íst: Emotional gepackt wird man zu keiner Zeit. Dramatische Ereignisse wirken nicht dramatisch genug. Traurige Sequenzen nicht traurig genug. Mitreißende Szenen nicht mitreißend genug. Alles kommt zu belanglos rüber, diverse "Kapitel" hätte man auch komplett weglassen können ohne dem Film entscheidende Elemente zu nehmen. Das Hin und Her zwischen Button und seiner Daisy vermag übrigens ebenfalls nicht zu fesseln. Hätte man sich wenigstens die Mühe gemacht mehr orginelle Einfälle unterzubringen, so wie z.B. die Montage rund um den Unfall (wer den Film gesehen hat wird wissen was ich meine) - meiner Ansicht nach fast die beste Stelle im ganzen Film. Aber leider gerät der größte Teil viel zu konventionell um nachhaltig zu beeindrucken. "The Curious Case of Benjamin Button" täuscht Komplexität und Anspruch vor, bietet aber in der Reflexion neben der tollen Ausgangsidee nicht mehr als heiße Luft. Wohlgemerkt, es ist heiße Luft die in eine makellose und wirklich sehr ansehnliche Hülle verpackt wurde, weshalb man sie trotz der harsch klingenden Kritik ruhig einatmen und dabei auch Spaß haben kann. Doch man sollte keine großen Geschmackserlebnisse erwarten, denn heiße Luft schmeckt halt nach.. Luft.
Erwähnen sollte ich noch dass mir die Inkontinenz.. äääh, ich meine Inkonsequenz nicht gefallen hat: Button kommt als alter Mann im Körper eines Babys zur Welt, wird dann ganz normal immer größer, mutiert dann später jedoch zum kleinen Kind und schließlich zum normalen Baby!? Meiner Ansicht nach hätte er groß bleiben müssen, halt dann mit dem Äußeren eines Kleinkindes. Ob DAS dann tricktechnisch zu aufwändig gewesen wäre? Oh und nur der Vollständigkeit halber: Bei den Oscars schnitt Button als DER große Verlierer ab, von den 13 Nominierungen blieben nämlich letztlich gerade mal 3 Auszeichnungen übrig.



"Bolt - Ein Hund für alle Fälle"

Disney tat gut daran, für die grandiose Pixar-Animationsschmiede einen Haufen Geld hinzublättern. Das haben "Chicken Little" und "Triff die Robinsons" gezeigt, die ohne deren Mithilfe entstanden, beides keine schlechten CGI-Filme sind, aber Welten entfernt von Pixar- oder auch DreamWorks-Qualitäten. Mit "Bolt" (1 Oscarnominierung!) steht jetzt der nächste Versuch der Disney Animation Studios ins Haus und dank Pixar-Knowhow (John Lasseter führte nun auch die Oberaufsicht) ist ein sehr sehr deutlicher Qualitätssprung zu bemerken. Das fängt schon auf der technischen Seite an, die endlich so richtig was hermacht und eine angenehme Mischung aus Comiclook und hohem Detailgrad darstellt - absolut passend. Vom doch ziemlich disney-typischen Handlungsverlauf und der überdeutlichen "Message" über Freundschaft und Zusammenhalt könnte man sich zunächst abgeschreckt fühlen, aber auch hier überrascht "Bolt" mit angenehmer Zurückhaltung (Message) und erstaunlich flotter, stets amüsanter Inszenierung, die nie Langeweile aufkommen lässt. Natürlich bleibt's nicht so actiongeladen wie am tollen Anfang (der ein Stück der Serie zeigt in der Bolt den Superhund darstellt), aber dank der passenden Figurenkonstellation - Bolt selbst, die herrlich weltmüde Straßenkatze Mittens und der quirlig-aufgedrehte Hamster Dino - macht das Road Movie richtig Laune. Egal ob Wortwitz oder Situationskomik, die Lacher sitzen und lassen einen schnell vergessen welch ausgetretene Pfade "Bolt" im Prinzip beschreitet. Dazu noch der Niedlichkeitsfaktor und durchaus rührende Momente, fertig ist der perfekte Familienunterhaltungsfilm. Das hab ich dann auch direkt mal getestet und war das erste mal mit meinem Neffen im Kino (er ist 8), auch er hatte viel Spaß mit "Bolt". Was soll ich noch groß sagen: Klare Empfehlung meinerseits! ^^



"Bedingungslos - Just Another Love Story"

Wirklich nur eine weitere Liebesgeschichte? Nicht so ganz, wenn man die Umstände betrachtet: Julia liegt nach einem schweren Verkehrsunfall im Koma, Jonas plagen Schuldgefühle weil seine alte Karre sozusagen den Crash verursacht hat. Im Krankenhaus hält man ihn für Julias Freund Sebastian, die Rolle behält er auch vor Julias Familie bei - immerhin hat noch niemand Sebastian gesehen. Jonas verliebt sich in die Patientin. Da diese nach ihrem Erwachen an Amnesie leidet fällt der Schwindel weiterhin nicht auf. Doch leider wird Julia von ihrer unschönen Vergangenheit eingeholt, mit der nun auch Jonas, der Frau und Kinder hat, konfrontiert wird...
Das Thriller-Drama aus Dänemark ist wirklich solide inszeniert, bietet aber auch nichts besonderes, nichts erinnerungswürdiges. Mit zunächst verwirrenden Rückblenden und der Schlüsselszene am Anfang werden dem Zuschauer einige Fragezeichen an die Stirn getackert, die erst am Ende aufgelöst werden und ein sinniges Gesamtbild entstehen lassen. Das ist nett gemacht, keine Frage. Die Schauspieler geben sich ebenfalls Mühe. Doch der Thriller-Anteil bleibt weitgehend spannungsarm, wirklich fesselnd wird's gerade mal in einer einzigen Szene. Als (Ehe-)Drama funktioniert die Geschichte des plötzlich auf Julia fixierten Jonas schon besser, aber es bleibt dabei: Über das Prädikat "ganz nett" kommt der Film nicht hinaus. Muss man nicht gesehen haben sag ich einfach mal.



"Madagascar II - Escape 2 Africa"

Ich war mir lange nicht sicher ob ich mir die Fortsetzung von "Madagascar" (Note 3-) im Kino ansehen sollte, schließlich konnte mich der Erstling nicht hundertprozentig überzeugen - damals gefiel mir "Tierisch wild" von Disney etwas besser (Note 3). Aber nun hab ich mich doch noch dazu durchringen können und die neuen Abenteuer der New-Yorker Zootiere Alex, Marty, Melman und Gloria haben mich positiv überrascht. Nach ihrem Madagaskar-Aufenthalt macht sich die Truppe auf den Rückweg bzw. eher RückFLUG in die USA, doch das von den Pinguinen wieder flott gemachte Flugzeugwrack schafft es nur bis nach Afrika und stürzt dort ausgerechnet in dem Reservat ab, aus dem Löwe Alex als Kind verschleppt wurde. Die Zootiere treffen also hier erstmals auf ihre Artgenossen oder im Falle von Alex sogar auf ihre Familie.
Ich gebe zu, die Macher versuchen schon recht offensichtlich, das Erfolgsrezept von Teil 1 zu wiederholen, seien es Handlungselemente oder auch die Figuren an sich. Z.B. gibt's ein Wiedersehen mit der resoluten und wehrhaften Omi und Lemurenkönig Julien sowie den kulleräugigen Mort hat man natürlich nicht in Madagaskar zurückgelassen - dazu kamen die Charaktere viel zu gut an. Aber hey, was soll's? Konstruiert hin oder her, solange es einigermaßen logisch erklärt wird soll mir das egal sein, am Ende zählt das stimmige Ergebnis. Das gilt insbesondere für die kultigen Pinguine, die wieder genial sind und ein bisserl mehr Screentime abbekommen. Auf NICK liefen kürzlich übrigens ein paar Folgen ihrer eigenen Serie, leider ohne die Fantastischen Vier als Synchronsprecher und deutlich simpler animiert als die Filme. Aber das nur nebenbei. "Madagascar II" jedenfalls ist sicherlich kein Meilenstein im Animationsgenre und die schlichte Story hat durchaus ihre Hänger sowie ein in meinen Augen etwas zu unspektakuläres Finale (mit typisch kindgerechten Problemlösungen kann man's halt auch übertreiben - Familienunterhaltung hin oder her). ABER der Film macht Spaß, die Gagdichte fällt gerade in der ersten Hälfte sehr hoch aus und es gibt Gott sei Dank merklich weniger dieser nervig-hektischen Hyperaktivität (weiß nicht wie ich's sonst nennen soll), die mich beim Vorgänger ziemlich gestört hat. Alles in allem bleibt in diesem Jahr für CGI-Filme natürlich noch viel Luft nach oben (gerade im Hinblick auf die vielen Highlights von 2008: Wall-E, Kung Fu Panda, Horton hört ein Hu), aber auch "Madagascar II" befindet sich auf einem guten Weg - ob das dann für den wohl definitiv irgendwann folgenden dritten Teil ebenfalls gilt muss sich erst zeigen..



"Frost/Nixon"

Fünf Oscarnominierungen - Grund genug für mich den Film im Kino anzuschauen. Das Problem an der ganzen Sache: Mir sagte zwar der Begriff "Watergate-Affäre" etwas, aber das war's auch so ziemlich. Weder wusste ich was genau damals rund um den Rücktritt von US-Präsident Nixon vorgefallen war, noch hat's mich überhaupt interessiert. Sind wir mal ehrlich, die Thematik geht Nicht-US-Bürgern doch buchstäblich am Popo vorbei, oder? Somit ist auch meine Benotung des Films zu erklären, denn eigentlich macht er gar nicht so viel falsch. Es geht ja kurz gesagt um eine Interview-Reihe, die drei Jahre nach Nixons politischem Abgang für Aufruhr gesorgt hat. Talkshowmoderator David Frost versucht sozusagen ein Schuldeingeständnis aus dem von seinem Nachfolger "begnadigten" Richard Nixon herauszukitzeln, während der Ex-Präsi hofft sein Bild in der Öffentlichkeit geraderücken zu können.
Dieses psychologische Duell der beiden ist gerade während der Interviews selbst teils hervorragend gelungen und darstellerisch geht's gar nicht besser (die beiden Hauptdarsteller haben ihre Rollen vorher auch schon im gleichnamigen Bühnenstück gespielt). Den spannenden Interviews geht allerdings eine lange Vorbereitungsphase voraus, in der Frost z.B. Geldmittel auftreiben und einen Sender für die Ausstrahlung seiner Show finden muss. Auch die Überzeugungsarbeit Nixon gegenüber sowie umfassende Recherche stehen auf dem Programm, was sich dann doch mitunter ganz schön hinzieht. Man wartet im Prinzip nur auf die Interviews und speziell die Szene in der Nixon endlich aus der Reserve gelockt wird - der Rest des Films arbeitet halt genau darauf hin. Wie gesagt, das ist sicherlich gut gemacht und definitiv hervorragend gespielt, nur für meine Wenigkeit eben wenig interessant.
Als Unkundiger der Materie stellt sich natürlich auch immer die Frage inwieweit jetzt wahre Begebenheiten mit rein fiktionalen Ergänzungen vermischt wurden (was hier durchaus und verständlicherweise der Fall ist), die Motivation sich nachträglich intensiver mit der Watergate-Affäre und den Frost/Nixon-Interviews zu beschäftigen blieb bei mir zumindest aus. Okay, ein paar Ausschnitte der Original-Interviews hab ich mir auf Youtube reingezogen und bei Wikipedia mal ein paar Infos zu Watergate eingeholt. Doch hab ich jetzt das Gefühl ich wäre um wichtiges Wissen reicher? Nö, in meinen Augen ist's ein Kapitel amerikanischer Politgeschichte das uns nicht weiter tangieren muss. Wer sich für solche Themen allerdings besonders erwärmen kann, macht mit "Frost/Nixon" bestimmt nichts falsch. Ach ja, einen Academy Award konnte der Film übrigens nicht erringen.



"Sex Drive - Spritztour"

Der 18-jährige Ian flirtet online mit der attraktiven Blondine "Ms. Tasty" und tatsächlich scheint die Traumfrau einem Pimper-Stündchen nicht abgeneigt zu sein. Einziges Problem: Sie wohnt 500 Meilen weit weg. Doch was tut man nicht alles um endlich seine Jungfräulichkeit zu verlieren, also packt Ian seinen Kumpel Lance und seine beste Freundin Felicia ins Auto seines Bruders und macht sich auf den Weg. Dass es während der langen Fahrt zu haarsträubenden Situationen und zahlreichen Komplikationen kommt ist klar...
Ach sind wir doch mal ehrlich, manchmal kann so eine richtig flache Teenie-Sex-Klamotte doch genau das richtige sein um die Stimmung zu heben. Natürlich gewinnt "Spritztour" (ausnahmsweise mal ein echt passender deutscher Titel *g*) keinen Originalitätspreis, natürlich wird man mit Fäkalhumor und üblen Klischees konfrontiert, natürlich gibt es Komödien wie diese schon reichlich und hätte es eine weitere nicht gebraucht. Trotzdem muss ich sagen, viele Lacher sitzen und es hat durchaus Spaß gemacht dem Treiben (nein, nicht was Ihr denkt!! ^^) der Protagonisten dieses Road Trips zuzuschauen. Hauptfigur Ian ist einem sympathisch, James Marsden (bekannt aus den X-Men-Filmen) spielt seinen fiesen großen Bruder richtig gut, ja und Frauenversteher Lance ist irgendwie auch klasse. Wer mit teils peinlichen Kalauern klar kommt und einfach nur mal seicht und anspruchslos unterhalten werden möchte, darf sich "Sex Drive" für einen geselligen DVD-Abend ruhig mal vormerken - in der Sneak hatten wir jedenfalls alle recht viel Spaß damit.



"Freitag der 13."

Es gab eine Zeit, da zogen erfolgreiche Horrorfilme wie "Nightmare on Elm Street", "Halloween" oder "Freitag der 13." nicht enden wollende Sequel-Wellen hinter sich her, auch wenn es sich dabei allzu oft um schnell heruntergekurbelte Machwerke handelte. Schließlich lockt eine erfolgreiche Marke von ganz allein die Fans ins Kino. Soweit so bekannt, ist ja heute nicht anders. Doch nach einer gewissen Zeit müssen einfach frische Ideen her um eine Serie nicht komplett im Mittelmaß versumpfen zu lassen, so geschehen beispielsweise mit "Halloween H20" oder "Freddy's New Nightmare" oder auch "Jason goes to Hell" bzw. "Jason X". Aber was kommt danach? Während die Halloween-Reihe mit einem miesen achten Teil ("Resurrection") und einem eher enttäuschenden Reboot von Rob Zombie deutlich ins Wanken geraten ist, konnte man mit "Freddy vs. Jason" (Note 1-) einen lang gehegten Fan-Traum in beachtlich spaßiger Form verwirklichen, was die beiden Horrorikonen in wohliger Erinnerung blieben ließ. Seitdem sind wieder einige Jährchen ins Land gezogen und man überlegte sich wohl intensiv was nun mit den etablierten Franchises anzufangen ist. Da man Jason Vorhees sogar schon in den Weltraum der fernen Zukunft geschickt hatte, waren Ideen für ein weiteres, originelles Sequel wohl Mangelware. Einen Rohrkrepierer wie "Halloween VIII" möchte man schließlich tunlichst vermeiden. Doch da gibt es ja schon seit längerem den Trend wirklich SÄMTLICHE Filme, die mindestens ein paar Jahre auf dem Buckel haben, mit einem Remake zu versehen. Und neuerdings wird der Begriff Reboot groß geschrieben, also das Zurücksetzen einer Serie auf Null, sozusagen ein Neubeginn. Als Beispiele seien hier Batman und James Bond genannt.
Gesagt getan, während ein Freddy-Reboot (mit neuem Darsteller - oh oooh!) wohl im kommenden Jahr dran ist, darf Jason bereits jetzt seine Machete wieder auspacken.. bzw. eigentlich ja zum ersten mal. Wobei es sich bei "Freitag der 13." etwas kompliziert verhält: Der Film ist kein Remake und auch kein reines Reboot, er baut nämlich auf dem ersten Friday-Film auf (genau, der in dem Jasons Mutti um sich wütet ^^) und erzählt sozusagen eine alternative Fortsetzung - mit Anleihen aus den alten Freitag-Teilen 2 bis 4. Ähm, ich hoffe das ist einigermaßen verständlich geworden.

Inszeniert wurde Jasons "Wiedergeburt" durch den Deutschen Marcus Nispel, welcher uns bereits das sehr empfehlenswerte "Texas Chainsaw Massacre"-Remake (Note 1-) bescherte. Damit war aber auch abzusehen dass es deutlich härter und kompromissloser zur Sache geht als in den alten Freitag-Teilen. Nispels Handschrift (na ja, und die von Michael Bay ^^) merkt man dem Streifen überdeutlich an, er erinnert in seiner Machart sehr an TCM. Nun ist es auf der einen Seite ja erfreulich dass dem Aspekt HORROR wieder mehr Beachtung geschenkt wird, in Sachen Härte lässt der neue Jason sämtliche Vorgänger locker hinter sich und baut damit erstmals eine richtig beklemmende, "panische" Atmosphäre auf. Das ist für eine Neuinterpretation nur recht und billig, unser geliebter Eishockeymasken-Träger mutiert hier zur furchteinflößenden, brutalen Killermaschine ohne jegliche Zugabe von (selbst-)ironischer Komponente, die man früher durchaus öfter erkennen konnte. Das ganze garniert mit der Bay-typischen, modernen Hochglanz-Ästhetik, der treibenden Soundkulisse, zum Glück nicht allzu schlimmem Wackelkamera-Einsatz und durchaus blutigen Schnetzelszenen ergibt einen alles in allem sehr überzeugenden Slasherfilm. Auf der anderen Seite jedoch, und das muss jeder für sich entscheiden und ist nur meine ganz persönliche Ansicht, nimmt das Freitag-Reboot der Original-Reihe ein wenig seine Seele bzw. den Spaß am fleißigen Meucheln des Jason Vorhees. Grenzdebile Teenie-Opfer allein sind vielleicht doch nicht die alleinige Formel, um den Kills freudig entgegenzufiebern - zumindest ICH fand Jason einfach nicht mehr so cool wie früher. Ob's mit daran liegt dass er jetzt richtig auf Zack ist (er ist schnell, er denkt nach, er nimmt eine Gefangene etc.) und nicht mehr das tumbe, unaufhaltsame Monster das einfach nur langsam vor sich hin trottet und alles niederschnetzelt was ihm rund um Crystal Lake in die Quere kommt!? I don't know, für mich entfernt sich der neue Jason ein bisschen zu sehr von der alten Kultfigur, die ich so lieb gewonnen und der ich in "Freddy vs. Jason" so die Daumen gedrückt habe.

Erwähnen sollte man natürlich noch die einmal mehr extrem hohlen Jugendlichen, die im aktuellen "Freitag der 13." einer nach dem anderen über den Jordan geschickt werden. Ich kann mir nicht helfen, aber so hirnlos die Charaktere in sämtlichen Jason-Movies auch gewesen sein mögen, wenn ich die Wahl hätte würde ich meine Zeit wohl tausend mal lieber mit den Protagonisten der alten Filme verbringen. Klar, bei allen geht's letztlich nur um's Poppen, um Alkohol, um Drogen und dumme Sprüche. Aber im Gegensatz zu früher nimmt das Fremdschämen bei den heutigen Filmen extrem zu, die Figuren sind wirklich NUR noch totale Vollpfosten, um die man (zumindest ich) im wahren Leben gewiss einen groooßen Bogen machen würde. Das erscheint mir auch mittlerweile so extrem aufgesetzt. Ganz ehrlich, in "Freddy vs. Jason" ging es doch auch anders, da war die Teenie-Truppe ganz okay - aber jetzt? Kann man in modernen Horrorstreifen denn nicht auch mal einigermaßen sympathische, wenigstens ein kleines bisschen denkfähige Figuren einbauen, mit denen man sich identifizieren kann? Na ja, bei einem Freitag-Film geht es letztlich nur darum sich über jeden Kill von Jason zu freuen, logisch, aber übertreiben muss man es beim geistigen Zustand der Opfer auch nicht..

Lange Rede kurzer Sinn, wer auf Ironie gänzlich verzichten und mit nervig-grenzdebilen jungen Protagonisten leben kann, bekommt mit "Freitag der 13." einen kompromisslos-harten, modernen Horror-Slasher in der Machart vom TCM-Remake serviert, in welchem dem altgedienten Killer Jason Vorhees neues Leben eingehaucht wird. Ob das reicht um die Reihe einer neuen Generation schmackhaft zu machen weiß ich nicht, zumindest den Einspielergebnissen nach zu urteilen scheint es gelungen zu sein. Einem Jason-Fan wie mir geht leider ein bisschen das alte Feeling verloren, mit etwas mehr Herzblut hätte man schon an die Sache herangehen können. Trotzdem enttäuscht "Freitag der 13." nicht so sehr wie Rob Zombies "Halloween" (Note 3-), es kommt aber in hohem Maße auf die Erwartungen an, die man eventuell an das Reboot hegt. ICH für meinen Teil bin gespannt was uns der kommende "Nightmare"-Neustart bringen wird, denn da KANN man eigentlich gar nicht ohne Selbstironie arbeiten, schließlich gehört das zu Freddy Krueger definitiv dazu. Und ob jemand anderes als Robert Englund die Rolle ausfüllen kann bleibt ebenfalls abzuwarten..

P.S. Es ist unfassbar wie primitiv und peinlich sich manche Deppen im Kino aufführen. Neben viel zu vielen Dauerschwätzern (was soll die Scheiße immer, wenn ich mich unterhalten will bleib ich gefälligst zu Hause, verfickte Kacke nochmal!) fanden sich diesmal sogar ein paar Schrumpfhirne im Saal ein, die es unheimlich lustig fanden laute Rülpser von sich zu geben.. ¬.¬ Ich sag mal so Ihr Flachpfeifen: Die hohlen Teenies in "Freitag der 13." haben die Entschuldigung dass sie nicht echt sind - wie ist das bei Euch?



"Underworld III - Aufstand der Lykaner"

Wir erinnern uns: In "Underworld" (Note 4+) konnte man durch einige kurze Rückblenden sehen wie Sonja, die Tochter des Vampirfürsten Viktor, aufgrund ihrer Liebschaft zum Lykaner Lucien hingerichtet wurde. Im dritten Teil der Underworld-Reihe, einem waschechten Prequel, stellt man diese Zeit nun in den Mittelpunkt und beleuchtet genauer, wie die Lykaner im allgemeinen und Lucien im besonderen als Sklaven unter der grausamen Führung von Viktor gelitten haben und sich schließlich ihre Freiheit hart erkämpften. Anstatt allerdings die bekannten Charaktere und den bekannten Geschichtsverlauf zu vertiefen und dem Zuschauer das ein oder andere Aha-Erlebnis zu gönnen, spult man die Ereignisse leider weitgehend unmotiviert und ideenlos ab. Okay, Viktors Bösartigkeit wird nochmal sehr deutlich herausgestellt (Bill Nighy spielt wieder klasse) und Michael Sheen schlüpft ebenfalls erneut glaubhaft in die Rolle des Lucien - aber unter'm Strich werden beide Figuren kaum vertieft, neue Aspekte sucht man vergeblich. Was man sich dann dabei gedacht hat Sonja als regelrechtes Selene-Double zu besetzen, ist mir total schleierhaft. Nichts gegen Rhona Mitra (meine ich das nur oder hat sie an ihrem Mund etwas nachhelfen lassen!? Das sah mir manchmal doch arg nach Schönheits-OP aus.. ^^), immerhin wird sie bei mir auf ewig den Lara-Bonus inne haben (sie war das allererste offizielle Lara-Croft-Model von Eidos). Aber in den Rückblenden von "Underworld" sah sie doch auch nicht aus wie ein Kate-Beckinsale-Lookalike, sondern war sogar blond! Erschwerend kommt bei "Aufstand der Lykaner" hinzu, dass genau wie im 1. Teil die Verbotene-Liebe-Story zum Tragen kommt, hier sind's halt Sonja & Lucien, dort waren es Selene & Michael. Sonderlich originell ist das nicht, genau wie eigentlich das komplette Prequel. Sicher, die Inszenierung ist an sich solide, flott gemacht, orientiert sich vom düster-bläulichen Look stark an den Vorgängern und nette Actionsequenzen gibt's ebenfalls zu sehen (leider hier und da etwas hektisch geschnitten), aber ein fader Nachgeschmack bleibt dennoch. Mir persönlich sahen die Kulissen übrigens irgendwie zu sehr nach Theater aus, dass der Großteil nur in einer Burg stattfindet hilft da nicht gerade. Wobei ich das Mittelalter-Setting eh nicht unbedingt mag, aber das muss jeder selbst wissen.
Kommen wir zum Fazit: Meiner Ansicht nach ist "Underworld III" überflüssig - ganz hart ausgedrückt. Ein paar Rückblenden zu einem langen Prequel-Spielfilm aufzublähen (immer toll wenn man genau weiß wie die Story endet.. *seufz*) und es zu versäumen, gerade für die Fans, neue Ideen/Erkenntnisse oder Überraschungen einzubauen, geht hier leider nach hinten los. Ich denke die Rückblenden von "Underworld II - Evolution" (Note 3) rund um Marcus und William, die Stammväter der Vampire bzw. Werwölfe, hätten vielleicht eine bessere Ausgangslage für eine Vorgeschichte hergegeben. So bleibt "Aufstand der Lykaner" ein kaum mitreißendes, überraschungsarmes und mit oberflächlichen Figuren gefülltes Machwerk, das nicht an die Qualität von Teil 1+2 heranreicht. Dank guter Schauspieler und der durchaus vorhandenen Freude Viktor und Lucien wieder in Aktion zu erleben, kann man sich den Film vielleicht mal reinziehen wenn man grad nichts besseres zu tun hat - aber wie gesagt: An sich isser mehr als flüssig..



"Role Models - Vorbilder?!"

Komödien von der Stange sind für eines gut, nämlich für die nette kleine Sneak-Unterhaltung zwischendurch. "Vorbilder!?" gehört in diese Kategorie, ist nach dem Anschauen aber auch recht schnell wieder vergessen. Es geht um zwei ungleiche Arbeitskollegen, die nach einem Ausraster zu 150 Stunden Sozialdienst verdonnert werden. Den sollen sie bei einem Kinderbetreuungsprogramm ableisten, das Problemkids einen Erwachsenen sozusagen als "großen Bruder" zur Seite stellt. Der stets übel gelaunte Zyniker Danny wird dabei dem schüchternen Augie zugeteilt, der die meiste Zeit Realitätsflucht in ein mittelalterliches Live-Rollenspiel begeht. Draufgänger und Partylöwe Wheeler dagegen darf sich mit einem extrem vorlauten Bengel namens Ronnie herumschlagen, der mit seinen 10 Jahren schon sehr fixiert ist auf.. na ja, sagen wir es frei raus: Titten. *g*
Was folgt sind nicht unbedingt originelle Verwicklungen und die langsame Annäherung bzw. wachsende Bindung der Kids mit ihren "Betreuern". Das ganze wurde zumindest mit sympathischen Charakteren und ordentlichen Gags angereichert, wobei letztere leider nicht immer so wirklich zünden. Über die Leiterin des Betreuungsprogramms konnte ich z.B. nicht wirklich lachen, vielleicht war sie mir ZU abgedreht. Allerdings vermute ich auch dass "Role Models" einiges durch die Synchronisation verloren ging. Na wie auch immer, der Film bleibt jedenfalls unter'm Strich etwas zu harm- und damit belanglos. Das spaßige Live-Rollenspiel-Finale und die Entwicklung der Figuren dagegen gefallen durchaus, wie zu erwarten lernen hier alle Parteien hinzu und damit werden nicht nur die Kinder ein bisschen erwachsener. ^^


1.5.09 13:01
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Alex (1.5.09 14:54)
Hm...Underworld 3 ne 5 + ??? Freitag "nur" ne 3 + ??? Nimmt mir ein wenig die Vorfreude auf die DVD`s (irgendwie schaffe ich es dieses Jahr einfach nicht ins Kino...).
Madagascar 2 würde ich ja eher bei ner 2- einordnen, wo hast du den eigentlich im Kino gesehen ? Habe den hier auf DVD.


Phoenix (1.5.09 18:44)
Beeindruckend, wie du dir das alles über so lange Zeit merken kannst. ^^ Mir wäre vieles davon garantiert schon lange entfallen. xD


Tiuri / Website (25.6.09 23:13)
@Alex:
"Madagascar II" hab ich hier bei uns im Cinestar geguckt, solche Filme bleiben ja doch oft sehr lange im Programm (zumindest für eine Nachmittagsvorstellung). ^^
"Freitag der 13." kann man ruhig gucken, eine 3+ ist ja auch nicht soo übel oder?

@Phoenix:
Ich HABE ein schlechtes Gedächtnis, aber die Dinge die mir inzwischen entfallen sind stehen ja nicht mit dabei.. you know?
                                                                                                                        

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