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Tatort: Märchenwald





Kurzinhalt:
Es war einmal ein Tatort mitten im Märchenwald. Hausfriedensbruch, versuchter Kannibalismus, unerlaubtes Schwingen einer Axt - die Liste der Anschuldigungen ist groß. Nacheinander bittet der Meisterdetektiv Nicky Flippers die Beteiligten zum Verhör, als da wären: Das unschuldige junge Rotkäppchen, der große böse Wolf, die wehrlose Großmutter und ein tumber Holzfäller. Die zunächst klar erscheinende Rollenverteilung von Gut und Böse wird im Verlauf der Gespräche ordentlich durcheinandergewürfelt und am Ende kommt man auch einem derzeit gefürchteten Rezepte-Bandit langsam auf die Schliche...

Meine Meinung:

Kurz vor Ende des Jahres 2006 kam ich noch - lustigerweise allein in unserem mit 388 Plätzen größten Kinosaal sitzend - in den Genuß der ungewöhnlichen Animationskomödie "Hoodwinked". Trotz altbackener Technik sollte man diesem innovativen Genrebeitrag durchaus Beachtung schenken. Das Konzept ist so einfach wie genial: Man nehme ein bekanntes Märchen und erzähle die deutlich abgewandelte Geschichte in ungewohnter Form, d.h. in diesem Fall eine Aufrollung des Geschehens aus mehreren, verschiedenen Sichtweisen. Egal ob Rotkäppchen, der Wolf oder die Großmutter, jede Figur hat dem zunächst viele Fragen aufwerfenden Puzzle einige wichtige Stücke hinzuzufügen. Die Aussagen überschneiden sich an einigen Stellen, Geheimnisse kommen an die Oberfläche und Ungereimtheiten bei dem einen werden durch Erläuterungen des anderen schlüssig ausgeräumt. Die Geschichte macht auf diese Weise richtig Laune und vor allem die völlige Verdrehung der eigentlich im Märchen fest verankerten Charaktere sorgt für eine amüsante Atmosphäre. Wer hätte z.B. gedacht dass die Großmutter ein Doppelleben führt oder der Wolf ganz andere Gründe für seine Maskerade hat als das Verspeisen von Rotkäppchen. Nachdem jede Figur seinen Teil zur Story beitragen durfte und der Zuschauer sich ein Bild des Geschehens machen konnte, geht die Jagd auf den Rezepte-Dieb erst richtig los und der Film kann auch in diesem Teil seine Faszination halten. Mit ausreichend Humor und genügend Tempo geht "Die Rotkäppchen-Verschwörung" ihrer endgültigen Auflösung entgegen, am Ende freut man sich als Zuschauer, den wohl kreativsten CGI-Beitrag des Jahres gesehen zu haben. Ach ja, ein lustiges, rasend schnell plapperndes Eichhörnchen ist auch hier mit an Bord, da werden Erinnerungen an "Ab durch die Hecke" wach. ^^

Getreu dem Leitspruch "Innen hui, außen pfui" kann die technische Seite des Films mit der tollen Story nicht mithalten. Ganz im Gegenteil wirkt die Grafik hier doch arg veraltet. Statische Hintergründe, einfache Animationen und ein geringer Detailreichtum - mit Branchengrößen wie Pixar oder Dreamworks kann sich "Hoodwinked" wahrlich nicht messen. Aber dafür wurde die Märchen-Verulkung auch für nur 15 Millionen Dollar auf die Beine gestellt und bei aller Kritik die man anbringen kann: Der verwendete Comicstil ist durchaus stimmig und auch ausreichend für diesen Film. Also keine Sorge: Es wäre optisch zwar weit mehr drin gewesen, allerdings trübt dies den Filmgenuss kaum! Das gilt auch für die Gesangseinlagen, die an einigen Stellen eingesetzt werden und insgesamt noch im erträglichen Rahmen liegen bzw. bei Jan Delay als singendem Ziegenbock sogar richtig gut gelungen sind.

Womit wir zur deutschen Synchronfassung kommen, die in meinen Augen hervorragend gelungen ist (habe mal den engl. Trailer als Vergleich herangezogen). Sarah Kuttner trifft als Rotkäppchen das Original ziemlich genau, Jan Delay liefert sogar die beste Performance ab, Axel Prahl und Hans-Werner Olm (jaja, mal wieder als Frau *g*) geben sich ebenso große Mühe wie Max Raabe (toll als Detektiv!) und Smudo als knuffiger Plüschhase.

Fazit:
Die Idee aus einem berühmten Märchen eine abgedrehte Kriminalgeschichte zu machen ist allein schon den Gang ins Kino wert. Die pfiffige Erzählweise (Tathergang wird aus verschiedenen Blickwinkeln geschildert, inklusive cleverer Verflechtungen) gepaart mit der lockeren und unkonventionellen Inszenierung macht aus "Hoodwinked" einen erfrischend anderen CGI-Film mit viel Witz und auch ausreichend Tempo. Von der schwachen technischen Seite des Streifens sollte sich niemand abschrecken lassen, der innovative Ansatz der hier gewählt wurde macht diesen Kritikpunkt größtenteils wieder wett.
4.1.07 17:10
 


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