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I Hate Everyone




(im Kino gesehen am 11.01.07)


Kurzinhalt:
Die Hoovers sind keine gewöhnliche Familie. Vater Richard ist ein erfolgloser Erfolgsmotivator mit übertriebenem Hang zur Siegermentalität, Großvater Ed ist aufgrund von Heroinkonsum aus dem Altenheim geflogen, Onkel Frank hat gerade einen Selbstmordversuch hinter sich, Sohn Dwayne hat sich selbst seit vielen Monaten ein Schweigegelübde auferlegt, Mutter Sheryl versucht den chaotischen Haufen irgendwie zusammenzuhalten und Nesthäkchen Olive träumt vom Sieg bei einem Schönheitswettbewerb. Als die kleine, leicht pummelige Siebenjährige tatsächlich zum "Little Miss Sunshine"-Event nach Kalifornien eingeladen wird, macht sich die ganze Familie in einem alten VW-Bus auf die Reise dorthin...


Meine Meinung:
Seit mir ein Bekannter diesen Film im Juli letzten Jahres empfohlen hat, habe ich mich darauf gefreut ihn bei uns im Kino sehen zu können. Doch wie so oft machte mir unser Cinestar einen Strich durch die Rechnung und nahm den Film nicht ins reguläre Programm auf. Daher dauerte es noch etwas länger, bis ich die Gelegenheit hatte "Little Miss Sunshine" (im folgenden: LMS) zu genießen - in einem anderen Kino. Glück für "Ab durch die Hecke", denn ansonsten hätte es im Jahr 2006 ein anderer Film an die Spitzenposition meiner TOP-Liste geschafft! Direkt nach einem heißen Anwärter auf den schlechtesten Film des Jahres ("The Fountain") nun also ebenfalls bereits im Januar mein potentieller Film des Jahres - besser als hier geht's kaum!

Die Faszination von LMS lässt sich schwer in Worte fassen, auf jeden Fall habe ich nichts, aber auch rein gar nichts negatives an dem Streifen finden können. Im Mittelpunkt stehen ganz klar die originellen Charaktere, die alle sehr skuril und überdreht rüberkommen, doch gleichzeitig immer ernst genommen und nie als billige Witzfiguren vorgeführt werden. Dabei hat man mit dem Darstellerensemble einen echten Glücksgriff getan, ausnahmslos alle spielen grandios und trotzdem vermag die kleine Abigail Breslin als Olive den anderen noch die Show zu stehlen. Die Hoovers schließt man als Zuschauer trotz oder gerade wegen ihrer zahlreichen persönlichen sowie familiären Probleme schnell ins Herz, auch das tolle Drehbuch trägt seinen Teil dazu bei. Schließlich haben wir es hier nicht mit einer flachen Komödie zu tun, sondern mit einer cleveren Geschichte die Herz und Seele hat, die auf unnachahmlich charmante Weise aufzeigt aus welchem Holz wahre Gewinner geschnitzt sind. Kommen einem die Hoovers zunächst tatsächlich bloß als eine schräge, kaputte Familie voller Loser vor, belehrt einen der Film eines besseren. Und das im Gewand eines köstlichen Road Trips, auf dem so viel Unerwartetes geschieht, auf dem so viele fesselnde und emotionale Situationen entstehen, auf dem man einem Familiengefüge näherkommt das viel enger geknüpft ist als die Zuschauer und auch die Charaktere selbst zunächst ahnen. Langweilig wird's garantiert nie, wegen mir hätte der Film ruhig noch länger dauern können. ^^

Komik und Tragik liegen in LMS sehr nahe beieinander und harmonieren perfekt, so dass selbst tieftraurige und deprimierende Themen der wundervollen Leichtigkeit des Films nichts anhaben können. Diese einmalige Mischung ist nicht in Worte zu fassen, ich kann nur sagen dass ich aufgrund des zumeist satirisch-bissigen Humors soviel gelacht habe wie schon lange nicht mehr und doch auch ergriffen und gepackt war von einzelnen eher ernsten Momenten. Mir kommt gerade die Szene mit Olive und ihrem Großvater im Hotelzimmer in den Sinn, einfach der Hammer wieviel allein diese Sequenz der Geschichte gibt. Und dann das große Finale auf dem Schönheitswettbewerb, wo ich wirklich dachte dass der Film jetzt unmöglich sein hohes Niveau halten kann. Doch weit gefehlt, am Ende wird nochmal richtig aufgedreht, wobei auch die durchaus sehr offensichtliche Kritik an diesen bescheuerten Kinder-Miss-Wahlen absolut genial rübergebracht wird. Ich meine, wem da beim Anblick der grausam aufgetakelten Gören (Olive ausgenommen) nicht das Lachen im Halse stecken bleibt, dem kann ich auch nicht mehr helfen.

Fazit:

"Little Miss Sunshine" ist berührendes Gefühlskino mit einer lockeren Grundstimmung und der perfekten Balance zwischen ernsten und kolossal komischen Momenten. Den wunderbaren, zutiefst menschlichen Charakteren - dargestellt von Ausnahmeschauspielern in Topform - sieht man bei ihren absurd-witzigen und auch mal traurigen Abenteuern gerne zu. Die Nominierung für den Oscar als Bester Film ist hochverdient, die Tatsache dass ich beim Einsetzen des Abspanns am liebsten applaudiert hätte (war mir aber dann doch im Kino zu peinlich *g*) spricht wohl Bände, d'accord? Wer sich dieses Filmjuwel entgehen lässt ist selbst Schuld, bottom line!
4.2.07 18:35
 


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